Barfhaushalt

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Kuro
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Barfhaushalt

Beitragvon Kuro » 08.06.2015 20:58

Wie ich es schon beim Frankenprey gemacht habe, dokumentiere ich meine einzelnen Barfvorgänge und teile sie auch gern mit Anderen.
Allerdings zähle ich mich nicht so richtig zu den Anfängern (ich bin jetzt auch nicht unbedingt ein alter Hase) und habe mir deswegen überlegt, das nicht immer in den Anfänger-Thread zu stellen.

Als kurze Zusammenfassung unserer Vergangenheit hier sei gesagt, dass Shiyuu schon seit über zweieinhalb Jahren Rohfleisch bekommt, aber lange Zeit hatte das nicht so wirklich was mit barfen zu tun.
Dann hörte ich von Frankenprey, es klang gut, ich wollte es nutzen und dann kam die CNI.

Meine Meinung zu den verschiedenen Barfmethoden ist ein bisschen differenziert.
Grundsätzlich liegt das vor allem in Anbetracht desjenigen, der barft. Da es ohnehin keine langjährigen Studien gibt, kann man bislang nur sagen, dass es egal ist, ob Suppi-Barf oder Frankenprey (aus Whole Prey halte ich mich raus, damit habe ich mich nicht auseinander gesetzt und auch nur eine Gegenüberstellung zu anderen Beutetieren etc. gelesen, die im Fazit eher skeptisch war, aber auch hier fehlt es an Forschungen, um das sicher beurteilen zu können, genau das wäre auch der Punkt, der mich das höchstens als besonderes Festessen geben lassen würde, ich würde, sofern hier mal Küken und Mäuse gefressen würden, gern mal Taube oder Wachtel als Ganzes austesten).
Ich bin Perfektionist und ich habe mich zu den Zeiten, in denen ich mich vor allem auf Frankenprey konzentriert habe, öfter gefragt, wie es kommt, dass gerade ich eher FP als Suppi-Barf ins Auge fasse. Mittlerweile frage ich mich das wieder.
Die CNI war der Ausschlaggeber umzusteigen, denn ich halte es bei so einer Krankheit für sinnvoller, nicht nur über prozentuale Zusammensetzung und viel Abwechslung ein Tier gesund zu ernähren, sondern genauere Werte im Auge zu behalten. Da gibt es sicher noch eine Reihe weiterer Krankheiten, auf die das zutrifft. Es ist natürlich möglich, sich die Nährwerte rauszusuchen und das selbst nachzurechnen, aber da erreicht das eine Grenze, die ich bislang nicht überschreiten mag. Ich finde es unheimlich interessant in die Datenbank meines Rechners zu kriechen und dort durch die gelisteten Fleischsorten, Innereien und Supplemente zu stöbern, das Ganze nachzuvollziehen etc. Mir das aber erstmal selbst zusammen zu suchen (was teilweise gar nicht so einfach zu finden ist), gehört nicht im Ansatz zu den Dingen, die ich gern mache.
Was mich am FP sonst an erster Stelle stört, ist der hohe Anteil an Leber. 5 % in jedem Rezept. Egal welche Leber. Durch die Abwechslung schwankt der Vitamin A-Anteil natürlich. Aber wenn ich sehe, wie wenig Leber ich jetzt in meinen Rezepten habe, das würde auch mit einer Tierart mit geringerem Vitamin A-Anteil noch überstiegen sein.
Aber trotzdem muss das jeder für sich entscheiden, das ist meine persönliche Meinung.
Für mich hat das Frankenprey mittlerweile insofern seinen Reiz verloren, dass es meiner Meinung nach zu ungenau ist (sofern man das so nennen kann). Vor allem auch seit ich festgestellt habe, dass es weit mehr als diese Schwarz-Weiß-Malerei bezüglich der verschiedenen Methoden gibt. Heißt: Viele sagen: Frankenprey mache ich, weil ich keine Pülverchen nutzen will (habe ich auch mal gesagt), sondern lieber natürliche Bestandteile nehme. Das meine ich mit Schwarz-Weiß, Frankenprey ist nur Natur, Suppi-Barf ist nur Pulver.
Stimmt nicht.
Ganz viele nutzen Zwischenformen.
Frankenprey allein ist auch nicht unbedingt gut ausgewogen, viele supplementieren zumindest Taurin und Lachsöl.
Ich nutze beim Suppi-Barf dagegen nicht nur Pulver. Bislang noch etwas mehr als das wohin ich will, aber im Moment glaube ich, dass sich das noch ein bisschen ziehen wird.
Wie? Keine Pulver?
Zum einen ist nicht jedes Pulver synthetisch. Das beste Beispiel ist Calciumcarbonat. Klingt so schön chemisch und synthetisch, nicht wahr? Ich benutze es. Indem ich die Eierschale der Eier, die ich für mich koche, beim Pellen nicht entsorge, sondern aufhebe, gleich die Haut abmache (deswegen pelle ich die Eier, sobald ich sie einigermaßen anfassen kann) und dann nach einer Trockenzeit von zwei bis drei Tagen mörsere. Das ist ebenfalls Calciumcarbonat, aber natürliches. Ist ein grobes Pulver, aber nicht synthetisch hergestellt. Und kostet mich keinen zusätzlichen Cent.
Ebenfalls muss man die Nährstoffe nicht zwangsläufig als Pulver oder Tabletten geben.
Vitamin D wird bei mir in Form von Fisch gegeben. Im Moment ist es Regenbogenforelle, ich will außerdem noch Sprotten austesten. Bei Lachs gibt es nur eine Art Lachs, nämlich Salmo Salar (bis vor kurzem hatte ich keine Ahnung davon, ich esse selbst keinen Fisch). Man kann natürlich ein Präparat nutzen, aber man muss nicht.
Für Eisen verwende ich derzeit tatsächlich ein Präparat aus der Apotheke (das ist auch definitiv der Punkt, der wohl noch dauern wird), da will ich irgendwann mal auf Blut umsteigen. Also auch hier dann wieder ein natürlicher Stoff, der nicht zwangsläufig synthetisch sein muss. Aber, aufgrund des Rechners lässt sich das alles genauer zusammenstellen als im Frankenprey.

Wozu ich noch tendiere, um tatsächlich mehr Ausgewogenheit zu erzielen, sind verschiedene Berechnungstools.
Die Nährwerte in so einem Rechner sind ja einheitlich, allerdings kann man sie anpassen.
Bislang habe ich nur Erfahrung mit dem einfach barf-Rechner. Bei diesem ist in der Übersicht "Auswertung" hinterlegt, welche Nährwertangaben verschiedene Institute herausgegeben haben. Und dann steht dort außerdem mit welcher genauen Zahl gerechnet wird. Diese kann man halt anpassen.
Als Beispiel:
Phosphor hat aus den diversen Tests, die es mit Katzen gab einen Nährwertspielraum von 40 - 100 mg/kg Körpergewicht täglich. Bei Shiyuus 6,2 kg sind das also 248 - 620 mg Phosphor pro Tag. Alles was in diesem Spielraum liegt, zählt als Bedarf gedeckt. Die Voreinstellung in diesem Rechner liegt dabei an der Obergrenze mit 100 mg. Dasselbe gilt für's Calcium, auch dort wird mit der Obergrenze gearbeitet.
Andere Werte liegen dagegen tiefer.
Und wiederum andere zeigen dort keinen Spielraum an (Natrium ist mit zwei verschiedenen Quellen hinterlegt und beide führen 80 mg/kg Körpergewicht täglich an).
Für mich habe ich zweierlei im Hinterkopf.
Zum einen interessiert es mich nicht wirklich, wenn ich in der Auswertung etwas unterschreite, das mit dem Höchstwert kalkuliert wird. Dasselbe gilt für's Überschreiten bei Untergrenzen. Bei Werten wie Natrium versuche ich schon so genau wie möglich zu sein.
Und dann gibt es die Nährstoffe, die ich mit Tabletten, Kapseln oder Tropfen zufüge.
Vitamin E ist umstritten. Zum einen ist es fettlöslich, das heißt, es wird in der Leber gespeichert und dann langsam abgebaut, bei der Katze viel langsamer, als beispielsweise beim Menschen. Gleichzeitig heißt es, dass es sehr schwer ist das überzudosieren, weil die Mengen dafür arg hoch sein müssten. Andere sagen wiederum, dass es in den Beutetieren in weit geringerer Menge vorkommt als in den ganzen Nährwertangaben. Deswegen runde ich hier beispielsweise immer ab, selbst wenn dort steht 2,9 Tropfen, gibt es nur 2 und keine 3. Gleiches gilt für Eisen, das im Rechner recht hoch angelegt ist.
Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich so gern durch die ganzen Tabellen schaue und nachvollziehe, ich kann daher besser einschätzen, wo ich wie runde und mal drüber oder drunter liegen kann.
Zum anderen möchte ich auf Dauer nicht nur diesen Rechner nutzen, das heißt, ich werde mir irgendwann wahrscheinlich auch noch den dubarfst-Kalkulator zulegen.
Warum?
Weil in beiden Tools unterschiedliche Nährwerte zugrunde liegen.
Im einfach barf-Forum habe ich gelesen, dass Doreen den Rechner unter anderem konzipiert hat, weil beim dubarfst-Kalkulator die Leberwerte recht hoch sind (und wenn man bedenkt, dass die dort sagen, dass sie im Frankenprey noch um einiges höher sind, dann kann man sich vielleicht schon ohne Zahlen vorstellen, was ich oben meinte).
Dann hatte ich neulich die interessante Erfahrung, dass mir ein anderer Barf-Anfänger, der auch auf die Nieren achten muss und den dubarfst-Kalkulator nutzt, sagte, dass Ente mit Haut weniger Phosphor enthält als Rind. Laut dem einfach barf-Rechner ist es genau umgekehrt.
Es gilt also nicht nur zu sehen, dass die Nährwertbedarfe gewisse Spielräume haben, sondern ebenfalls die Angaben, welche Nährstoffe bereits in den Fleischsorten drin sind.
Wenn ich zwischen zwei Berechnungstools wechsele, ist das ein bisschen wie zwischen verschiedenen Futtersorten zu wechseln, was man ja durchaus tun sollte, um nicht einseitig zu füttern.
Da ich bislang aber nur ein kleines Rezept mit dem Rechner umgesetzt habe, wird der Kalkulator noch ein bisschen warten müssen.

Und genau dieses eine Rezept, mein erstes mit Supplementen, ist der Grund für diesen Post.
Es gibt wieder ein paar Bilder.

Meine Utensilien (naja, ein Teil, Messer, Brettchen, Topf etc. sind da jetzt nicht mit drauf).
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Die Supplemente im Überblick.
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Das Fleisch.
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Leber und Forelle werden bei mir klein gehackt.
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Nochmal die Supplemente.
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Obendrauf die Hühnerhaut und außerdem ein Teil des Fleisches püriert.
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Wie gesagt, das war ein kleines Rezept.
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Nahaufnahme. Sieht irgendwie ein bisschen gewürzt aus.
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Wie man sieht, nutze ich meine alten Felini-Dosen weiter. Die habe ich immer aufgehoben und das war jetzt sehr praktisch, um die 100 g Seealgenmehl unterzubringen. Ich war vorgewarnt gewesen, dass das absolut widerlich riechen soll, aber so schlimm fand ich es nicht. Niere und Milz waren heftiger. Das hier roch halt nach Algen.
Zink werde ich ziemlich wahrscheinlich nicht jedes Mal mit einbauen oder wenn immer unterhalb der Angaben des Rechners. Das steht auch als optional drin.

An Fleisch gab es Hähnchenbrustfilet, Pute und Suppenfleisch.
Pute habe ich ja nie gefüttert, weil Shiyuu früher ganz starke Blähungen davon hatte. Sie schien es nicht zu stören, mich aber durchaus.
Kürzlich hatte ich gelesen, dass das bei Kitten durchaus vorkommen kann. Damals habe ich ja nur unregelmäßig mal ein bisschen Rohfleisch gegeben und wusste nicht mehr, ob das in dem Zeitraum das einzige gewesen war. Also habe ich das jetzt noch mal ausgetestet und siehe da, ich brauchte keine Atemschutzmaske. :lol:
Für sie umso besser, immerhin liebt sie vor allem helles Fleisch. Jap, die dumme Nuss hat das Reh, das ich ihr kürzlich gegeben habe, verschmäht. Meine Mutter hatte extra Rehgulasch gemacht, damit sie probieren kann. War in unserer Familie auch das erste Mal, aber ich war mir so ziemlich sicher, dass ich es lieben würde (und ja, das habe ich :love: , da ich bevorzugt dunkles Fleisch esse). Ich befürchte, dass sie Hirsch genauso wenig mögen wird. Was schade ist, weil das halt wieder mögliche Fleischsorten rausnimmt (und für mich deswegen ein weiterer Punkt gegen Frankenprey ist, weil es mir die Abwechslung einschränken würde).
In den anderen beiden Dosen ist die Putenleber und Hühnerhaut. Wie gesagt, von der Leber brauche ich jetzt so wenig und auch von dem Fisch waren es nur ungefähr 50 g, da habe ich dann schon mal so Pi mal Daumen etwas für's nächste Mal gesondert abgepackt, um nicht jedes Mal neu antauen zu müssen.

Wenn man in den Häcksler schaut, sieht man, dass das der Forellenkopf mit drin ist, das kann alles gefüttert werden. Finde ich absolut super. Die Forelle ließ sich zwar recht schwer schneiden, weswegen häckseln die praktischere Variante ist, aber besser als sie auseinanderzunehmen.

Da ich zu dem Ganzen noch 400 ml Wasser zugeben musste und Shiyuu Fleisch aus Flüssigem ja nur rausangelt, habe ich einen Teil des Fleischs auch in den Häcksler geschmissen. Das war dann ein netter Brei, aber es gibt kein flüssiges Wasser mehr. Das sieht man auf dem letzten Bild ziemlich gut.
Dadurch nimmt Shiyuu wirklich alles auf. Ansonsten hätte ich immer Sorge, dass die Hälfte der Supplemente in der Brühe bleiben würde.

Und was sagt sie zu dem neuen Futter?
Sie liebt es.
Das letzte Rezept (also das nach Frankenprey) mochte sie nie so richtig. Sie hat es zwar gefressen, aber durchaus verhalten.
Die erste Mahlzeit mit dem neuen Rezept war noch etwas skeptisch, was aber auch daran gelegen haben könnte, dass ich gegangen bin und sie das nicht wollte. Das kommt in Abständen vor, dann geht sie zwar zum Napf, frisst aber nicht. Das kommt dann, wenn ich weg bin.
So war es auch an dem Tag, denn als ich nach Haus kam, war er leer.
Und das ist jeder Napf seitdem. Blank geputzt. Das war beim vorigen Rezept nie so. Da blieben immer kleine Rückstände.

Was hierbei nur noch nicht passt, sie wird von der geplanten Menge nicht satt.
Aber ich vermute dabei den Fettgehalt.
Beim Frankenprey sind es mindestens 10 %.
In dem Rezept sind es unter 7 %. Das ist schon ein großer Unterschied.
Entsprechend bekommt sie jetzt größere Portionen, damit sie nicht hungern muss und im nächsten Rezept wird der Fettgehalt wieder höher sein. Aber sicher keine 10 %, denn ich denke, dass das die Gewichtszunahme in den letzten Monaten zu verantworten hat. Ich werde etwas dazwischen wählen und dann beobachten, wie viel Menge sie braucht. Das sind auch wieder die unterschiedlichen Herangehensweisen. Im Frankenprey wird die Futtermenge einfach auf die Gesamtmenge berechnet. Beim einfach barf-Rechner geht es nach einer Fleischmenge, die die Katze bekommt und alle Supplemente und Wasser kommen oben drauf. Während sie in der Vergangenheit 165 g Futter am Tag bekam, das auch unter Frankenprey, bekommt sie jetzt gerade 204 g. Ich hatte bei diesem kleinen Rezept schon auf 189 g hochgesetzt (mit der eingestellten Fleischmenge), aber da ihr das nicht reicht, bin ich erstmal etwas höher gegangen. Das wird jetzt weiterhin ein bisschen ausprobieren, bis wir eine zufriedenstellende Menge erreicht haben - für ihr Sättigungsgefühl und ihr Gewicht.

Ich bin wirklich gespannt, wohin uns das noch so führen wird, welche weiteren Fleischsorten und und und.
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Re: Barfhaushalt

Beitragvon SONJA » 11.06.2015 19:25

Wow - vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Da sieht man mal wieder sehr schön, dass es mit "einfach mal so barfen" nicht getan ist,
sondern man sich schon sehr ausführlich damit auseinandersetzen muss, wenn man es richtig machen will.

Irritiert Dich das nicht, dass die verschiedenen Rechner so unterschiedliche Werte liefern? Ich meine, man muss doch im Labor "einfach" feststellen können,
wie viel Phosphor jetzt zB 300g Ente mit Haut hat - klar mag es Schwankungen geben, nicht jedes Tier ist gleich / wurde nicht gleich gefüttert usw. - aber so gravierende
Abweichungen würden mich persönlich sehr verunsichern...

Und wg. dem Blut - das holst Du dir dann frisch vom Metzger? Von welchem Tier nimmt man das dann, Rind?

Das allerwichtigste ist natürlich, dass Shiyuu eure aktuelle Mischung liebt und das mit der Menge bekommt ihr auch noch hin :D

Und eine persönliche Frage habe ich noch: (die meine ich jetzt nicht provokativ - sondern, es interessiert mich einfach) ist Deine eigene Ernährung ähnlich
"ausgetüfftelt", also achtest Du bei Dir auch auf eine nahezu perfekte Ernährung?

liebe Grüße,
Sonja
...

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Re: Barfhaushalt

Beitragvon Kuro » 11.06.2015 20:04

Da hast Du recht, Sonja. Ich habe das früher ja auch nicht so eng gesehen, gerade, weil es bei uns Menschen durchaus lockerer zu betrachten geht. Katzen sind da aber einfach anders, sie sind eingeschränkter (Beutetierfresser, die mit pflanzlichen Stoffen so gut wie nichts anfangen können usw.) und entsprechend genauer sollte die Ernährung tatsächlich abgestimmt sein.
Ja, man muss sich dafür belesen und sollte meiner Meinung nach nicht nur das Gelesene einfach umsetzen (es gibt so viele, die nach Rezepten fragen, die sie umsetzen können), sondern selbst auch verstehen, wie die Zusammenhänge liegen (dafür muss man aber nicht so tief in die Datenbanken krabbeln, wie ich das gerne tue, das hat vermutlich was mit meiner Affinität für Zahlen, Logik etc. zu tun). Wichtig ist, dass man tatsächlich weiß, was man tut. Dann hat man außerdem die Möglichkeit das Ganze auch wieder lockerer zu betrachten. Da muss nicht jedes Gramm immer perfekt sitzen, man kann auch mal wo drüber gehen und gleicht es mit einem anderen Rezept, das man im Wechsel füttert aus.
Ich bin auch froh, dass das bei mir irgendwann klick gemacht hat, zumal ich das Thema mittlerweile unglaublich interessant finde. Deswegen schaue ich auch immer wieder über die Grenzen, lese weiter beim Frankenprey mit (auch wenn ich das selbst gar nicht mehr nutze), wenn ich was über Kochbarf sehe, schaue ich auch dort rein usw.

Was ich mit diesem Thema auch zeigen möchte, dass Barf keine Wissenschaft ist. Wenn man es will, kann man damit umgehen lernen und es irgendwann ähnlich routiniert wie kochen für sich selbst umsetzen. Man muss dazu keine Ernährungswissenschaft studieren, man muss sich einfach nur mit dem Thema auseinandersetzen und ein bisschen mitdenken.
Ich finde es gut, dass man damit die Möglichkeit hat über die Ernährung auf Krankheiten einzuwirken (ich sehe es jetzt bei Shiyuu, ich brauche keinen Phosphatbinder mehr und kann trotzdem mit hochwertigen Proteinen arbeiten). Momentan lese ich diesbezüglich auch noch ein Buch, dass allgemein recht tief in das Thema Ernährung der Katze zu gehen scheint und sich im Verlauf auch auf diverse Erkrankungen und andere Lebensumstände bezieht. Wie gut es ist, kann ich noch nicht beurteilen, ich stehe noch ganz weit am Anfang.

Nein, so wirklich irritiert mich das nicht. Solche Schwankungen können tatsächlich auch aufgrund unterschiedlicher Haltung der Tiere entstehen. Womit wurden sie gefüttert, wie alt sind sie usw. Zum Beispiel habe ich gelesen, dass alte Mäuse ein ganz anderes Ca/P-Verhältnis aufweisen als junge (das bezieht sich auf die freilebenden Mäuse, keine gezüchteten). Die Unterschiede sahen im Übrigen so aus:
Laut einfach barf-Rechner ist das wie folgt (jeweils pro 100 g Fleisch):
Ente mit Haut: 199 mg
Ente ohne Haut: 186 mg
Rind mager: 165 mg
Rind mittelfett: 160 mg
Rind fett: 153 mg
Und laut dubarfst-Kalkulator:
Ente mit Haut: 139 mg
Ente ohne Haut: 186 mg
Rind (Brust) mager: 170 mg
Rind Schlund: 234 mg
Rind (Brust) fett: 170 mg
Rindergulasch: 210 mg
Erstmal sind ja schon die Bezeichnungen teils anders. Die Ente ohne Haut ist beispielsweise exakt gleich. So wirklich aus der Reihe fällt ja nur die Ente mit Haut.
Aber gerade deswegen finde ich die Nutzung beider Tools eine gute Idee. Das ist dann wie mehrere Futterhersteller.
Und da gibt es auch genügend Besitzer, die Fertigfutter geben und da sehr eingeschränkt vorgehen. Die Hersteller beziehen sich ja dann in der Regel auch auf immer die gleichen Werte, das ergäbe dann dieselbe Einseitigkeit bei dieser Grundlage wie nur einen Rechner zu nutzen. Und solche Schwankungen sind ja von Dose zu Dose oft auch nicht ganz ohne.

Nein, vom Metzger wohl eher nicht. Ich habe hier nie danach gesucht und ich habe es auch nicht vor. Viele schreiben, dass sie das dort nur Eimerweise kriegen, ich wüsste gar nicht, wo ich so viel Blut unterbringen soll. Aber es gibt Shops, die Blut anbieten, mein Favorit hat drei verschiedene Tierarten im Sortiment: Rind, Pferd und Ziege. Das passiert aber erst, wenn ich auch online Fleisch bestelle und ich vermute mal, dass ich das vorläufig nicht tun werde, wegen der höheren Temperaturen und der derzeit doch recht unzuverlässigen Lieferungssituation dank Streiks. Im Herbst/Winter mache ich mir über einen Tag länger unterwegs nicht so viel Sorgen wie jetzt.

Ich empfinde die Frage nicht als provokativ, keine Sorge. Sie ist sogar recht naheliegend.
Nein, ich tüftele in meiner Ernährung so überhaupt nichts. Sie ist eher das totale Gegenteil, eine absolute Katastrophe. Abgesehen davon, dass ich so einiges nicht essen kann (diverse Unverträglichkeiten wie Käse (nur Käse, keine Milchprodukte im Allgemeinen), Reis), mag ich so Einiges nicht und muss wegen meiner Gastritis auch immer mit zu viel Obst aufpassen wegen der Säuren. Zu all dem kommt dann noch eine weitere Problematik psychischer Natur, die mich sehr einseitig essen lässt, woran ich seit einiger Zeit arbeite, das wieder zu ändern und Stück für Stück zu erweitern.
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Re: Barfhaushalt

Beitragvon Kuro » 12.06.2015 23:34

Da ich den Post nicht unmittelbar nach dem letzten Matschen erstellt hatte und es nur ein kleines Rezept gewesen war, gab es mittlerweile schon die nächste Runde.
Diese sah wie folgt aus:
(Das Rezept dient nicht als Vorlage für Andere, es ist auf das Gewicht und die Krankheiten meiner Katze abgestimmt und wird in dieser Zusammensetzung NICHT für andere Katzen geeignet sein!)

Huhn mager
Huhn mit Haut 10,08 €*
Pute mager 5,05 €
Ente mit Haut 2,79 €
Rind mittelfett 9,28 €
Alaskaseelachs Theragra chalc. 1,79 €
Hühnerherz 0,80 €
Hühnermagen 0,52 €
Putenleber 0,20 €
Regenbogenforelle 0,89 €
Vitamin E-Tropfen (31IE) 0,33 €**
Vitamin B-Komplex dm 0,20 €
Seealgenmehl 490 mg/kg 0,07 €
Eisentabletten (50 mg) 0,83 €
Eierschale 0,00 €***
Zinkorot 25 Tabletten 1,45 €
Meersalz 0,27 €
Hühnerhaut 0,00 €*
Lachsöl 1,08 €
Brühe/Wasser 0,00 €
Taurin 1,51 €

* Huhn mager und Huhn mit Haut ist eigentlich so nicht ganz korrekt. Ich hatte zum einen mageres Huhn und zum anderen Schenkelfleisch. Das liegt vom Fettgehalt in etwa mittig zwischen magerem Huhn und Huhn mit Haut. Deswegen habe ich die 890 g, die ich hatte auf beide Kategorien aufgeteilt. Davon hatte ich aber 300 g schon vom letzten Mal, dasselbe gilt für einen Teil der Hühnerhaut. Der berechnete Preis bezieht sich nur auf das neu gekaufte, auf den Gesamtpreis habe ich dann noch 1/4 des Preises von damals draufgeschlagen, weil ca. 1/4 des Fleisches in die jetzige Produktion gegangen war. Wie viel Haut das jetzt exakt war, kann ich nicht sagen, aber möglicherweise kommt das auch hin.

** Bei den Vitamin E-Tropfen war die Berechnung auch nicht ganz so einfach und basiert auch nur auf Schätzwerten. Ich lese immer mal wieder, dass so eine Flasche mit 30 ml für ca. 500 kg Fleisch reicht. Als generelle Empfehlung gelten 3 - 4 Tropfen pro Kilogramm Fleisch. Ich habe jetzt also mit 1.500 Tropfen Flascheninhalt gerechnet, daraus ergibt sich ein Preis von 0,015 € pro Tropfen.

*** Eierschale wird gar nicht berechnet, weil ich dafür die der Eier nehme, die ich für mich selbst koche, etwas, das sonst in Haushalten meist ein Abfallprodukt ist. Ich kaufe die Eier nicht extra deswegen, also wird die Schale auch nicht berechnet.

Insgesamt ergibt das einen Betrag von 37,14 €, zuzüglich 1,70 € für die Huhnbestandteile, die ich noch übrig hatte, also 38,84 €. Das Futter reicht für in etwa 33,5 Tage, das macht einen Preis pro Tag von 1,16 €.

Ich rechne derzeit die Rezepte immer mit durch, weil ich es interessant finde, wie preiswert barfen sein kann (wenn man den Stundenlohn nicht einrechnet ;) ).
Ich hatte davon oft genug gehört, aber ich finde immer, es ist ein Unterschied, das nur an einem Beispiel zu sehen oder an einem tatsächlichen Rezept.
Zu Anfang sind die Kosten aber natürlich trotzdem höher.
Die Supplemente kosten teils schon mehr (wenn ich da an die unschlagbaren 22,99 € für die Vitamin E-Tropfen denke). Aber wenn die tatsächlich für ca. 500 kg Fleisch reichen, reichen sie ewig. Das ist dann eine Ausgabe, die sehr langfristig anliegt.
Ebensogut musste ich mir eine Feinwaage kaufen, dazu gehörte dann auf jeden Fall noch ein Justiergewicht und eine Wägschale habe ich auch noch mitgenommen, weil die Waage doch recht klein ist (die Schale hat einen Durchmesser von 8 cm, einen so kleinen Teller habe ich nicht).
Innerhalb der Rezepte sind die Beträge für die Supplemente im Großen und Ganzen doch gar nicht so hoch.
Beim Rezept vom letzten Mal sah es übrigens ein bisschen anders aus, da lag der Tagespreis bei ungefähr 1,30 €.
Wenn ich aber sehe, was für mich als Dosenfutter nur noch infrage käme, dann liege ich da doch sehr eindeutig drunter.
Wie gesagt, von dem, das ich hier bekommen könnte und was Shiyuu auch schon mal bekommen und gefressen hat (allerdings ging es da mal um einen Tag, ich weiß nicht, wie es auf längere Sicht wäre), das war das GranataPet Symphonie, da kosten 200 g 1,99 € im Futterhaus. Laut Fütterungsempfehlung bekommt eine Katze zwischen 5 - 7 kg 200 - 300 g davon täglich. Ich könnte also erstmal 250 g kalkulieren, das heißt in etwa 2,50 € täglich. Setze ich das Barf jetzt mal hoch überschlagen mit 1,50 € täglich an, dann wären das auf 30 Tage 45,00 € vs. 75,00 € Futterkosten.

Zurück zum aktuellen Rezept.

Eigentlich hatte ich das schon vor gut zwei Wochen mischen wollen, ich hatte bereits alles für das berechnete Rezept gekauft und dann kam dieses zufällige Gespräch bezüglich viel drastischerer Phosphorreduktion, auch im Anfangsstadium (also nicht nur die Bedarfswerte des Rechners auf ein passendes Ca/P-Verhältnis verschieben, sondern erstmal P schön runter und Ca dann entsprechend anpassen). Daher fielen die geplanten Hühnerhälse nun doch wieder raus. Die liegen noch im Tiefkühler und werden einfach für die nächste Brühe herhalten.
Zusätzlich waren meine Supplemente noch immer nicht da, die kamen auch erst an dem Tag, an dem ich ursprünglich matschen wollte, weil DHL so überhaupt nicht vom Fleck kam und kryptische Meldungen für mich hatte.
Spontan hatte ich mich dann erstmal für das kleine Überbrückungsrezept entschieden und wollte dann nach der Auswertung der Laborbefunde ein großes machen.
Ich habe erst in etwa ein Rezept geplant und das dann noch mal angepasst, nachdem ich den Rest eingekauft hatte, daher diese exakten Zahlen bei Huhn und Rind, das liegt an den Abpackungen, Ente und Pute hatten da "glattere" Zahlen.

Im Entbeinen und Zerkleinen von Hühnerhaut bin ich mittlerweile recht routiniert, für die 1.100 g Schenkel, die ich noch gekauft hatte, weil mir vor allem Haut fehlte, habe ich eine Stunde gebraucht, das sah anfangs ganz anders aus. Die waren allerdings auch sehr fleischig und ließen sich auch gut auseinandernehmen.

Bild

Am Abend vorm Matschen (also morgens, bevor ich ins Bett bin ;) ) habe ich schon mal alles in den Kühlschrank geräumt, weil ich nach dem Aufstehen erstmal weg musste und danach gleich anfangen wollte. Normalerweise matsche ich an Tagen, an denen ich zu Haus bleibe und taue im kalten Wasserbad an. Dafür hätte ich aber mehr Zeit gebraucht.
So sah dann mein Kühlschrank aus:
Bild
Nur oben das Fach und das Gemüsefach waren meine, alles andere für Shiyuu.

Trockene Supplemente (und Vitamin E sowie eine Lachsölkapsel.
Bild
Beim letzten Mal ging das Aufstechen der Lachsölkapseln sehr gut, ich hatte so gut wie nichts an den Fingern.
Dieses Mal ging das schon bei der ersten Kapsel schief.
Am Abend zuvor hatte ich gelesen, dass manche die mit pürieren oder häckseln, also habe ich mir gedacht, mache ich das so.

Bild
Resultat: Eine der neun Kapseln habe ich nicht mehr gefunden, von einer weiteren die Hälfte, der Rest war unzerstört.
Ich habe sie dann in eine kleine Schale mit Wasser gegeben, wo sie langsam aufgingen (richtig auflösen kann man nicht sagen, ich habe die Hüllen später rausfischen können), das brauchte aber so einiges an Zeit.

Die nächsten Supplemente (und ein bisschen mehr).
Bild
Links Putenleber, daneben die bereits zerkleinerte Hühnerhaut, darüber Hähnchenmägen, die waren vom letzten Frankenprey-Rezept über. Dann Hähnchenherzen (davon gab's die Hälfte), darunter die Forelle und zusätzlich der Lachs.
Abgesehen von der Haut wurde alles zerhäckselt, was auch nicht so angenehm funktionieren wollte, ich hatte die Hälfte des Lachses mit der Forelle zusammen in das Gerät gegeben, da wurde kurz was zerkleinert und dann drehte sich alles nur noch im Kreis. Ich musste immer wieder öffnen und ein bisschen durchrühren, damit was vom Messer mitgenommen wird. Naja, ich werd den Dreh schon noch rauskriegen. :)

Anschließend ging es dann an das weitere Fleisch.
Bild
Ente mit Haut.

Ich habe übrigens zwei verschiedene Mischungen daraus gemacht, zum ersten Mal, damit es ein bisschen Abwechslung geben kann.
Einmal Huhn und Rind und zum anderen Huhn, Pute und Ente. Die gibt es täglich bzw. später alle zwei Tage im Wechsel (ich habe nicht genügend kleine Dosen, so dass ich irgendwann zwei Tage pro Dose habe).

Das schon vorgeschnitten Hühnerfleisch vom Schenkel:
Bild

Das restliche Geflügel:
Bild

Geflügelmix (ohne Supplemente):
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Huhn-Rind-Mix:
Bild
Wie man sieht, war das Rind gut durchwachsen, so extrem hatte ich das bei Suppenfleisch noch nie. Fand es aber gut. An manchen Stellen bis zu 1 cm dick. Einen Teil davon habe ich dann in den Geflügel-Mix reingegeben.

Das alles ist dann erstmal in den Kühlschrank gewandert und ich habe eine Pause eingelegt, weil die Brühe noch nicht fertig getaut war. Wieder ein Erfahrungswert mehr, wenn es ums Bedenken der Abläufe geht. Während das Fleisch ja nur antauen sollte, brauche ich die Brühe schon flüssig, um sie gut unter die Supplemente zu mischen.

Supplemente ohne Brühe (inklusive der Herzen, Mägen und des Lachses, um alles etwas anzudicken):
Bild

Mit Brühe und der fehlenden Menge Wasser:
Bild

Und auf die zwei Mixe abgepackt.
Bild

Bislang wird das Futter auch gut gefressen.
Nicht ganz so fordernd (entweder liegt es am etwas höheren Fettgehalt und damit mehr Sättigung) oder ihr sagt es weniger zu (was mit dem Lachs zusammehängen könnte, den habe ich auch beim letzten Frankenprey-Rezept in Verdacht, aber sicher bin ich nicht).

Insgesamt habe ich dafür sechs Stunden in der Küche zugebracht, eine für das Entbeinen der Schenkel und Zerkleinern der Haut, die restlichen fünf verteilt von "ich schaffe mir auf der Arbeitsfläche Platz und lege alles bereit" bis "auch der Abwasch ist fertig". Die Vor- und Nachbereitung nimmt so einiges an Zeit in Anspruch. Ich bin damit aber auch so weit langsamer als so einige andere, von denen ich lese. Ob das nun nur die fehlende Routine, der Unterschied zwischen Frankenprey und Suppi-Barf oder weil ich keine helfenden Hände habe, ist, weiß ich nicht. Aber es spielt auch keine Rolle. Ich bin zwar jedes Mal froh, wenn ich fertig bin (die Küche ist ohnehin nicht gerade mein liebster Platz in der Wohnung), aber das reicht jetzt für gut einen Monat, bis dahin ist Ruhe. Hoffe ich jedenfalls. ;)
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