Kastration bei Hunden

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teufelchentf
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Re: Kastration bei Hunden

Beitragvon teufelchentf » 19.07.2012 08:32

Sahmet hat geschrieben:Ohne Kastration stelle ich mir das Leben vieler Tiere in menschlicher Obhut aber auch nicht grade schön vor. Von Hunden verlangt man - oft lebenslänglich - ihre Sexualität unter Kontrolle zu haben - vielmehr, der Besitzer kontroliert sie und der Hund resigniert. Das würde man von einem Menschen nie verlangen, man würde nicht mal glauben, dass das möglich ist ohne psychische Folgen.

Sehr schön geschrieben! Vielen Dank hierfür! :s2445:
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Re: Kastration bei Hunden

Beitragvon Fusselfrieda » 19.07.2012 09:30

Mit der Aussage Gebärmutter belassen wegen der Hormone....komm ich gerade auch nicht klar.Hab ich jetzt einen Denkfehler?Aber die Hormonsteuerung findet doch in den Eierstöcken statt und nicht in der Gebärmutter..... :?
Lieben Gruss von Mone

.....und den Katzen Diva,Gina,Elea,Fusselfrieda,Paul,Herrn Tobias Totz,Hermine,Lola,Chichi...den Hunden Tömmie,Emmy,Kathi...den Pferden Letha,Gangster,Costa...der Kuh Mathilde...der Bartagame Paul-Bart...2 Wellis,2 Kanaris,2 Mövchen.....und ein paar Fischen.....ähm....keinen vergessen????

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Re: Kastration bei Hunden

Beitragvon Katzenmutt » 19.07.2012 17:32

Jetzt muss ich mich hier mal einklinken, weil ich gerade ein wenig erstaunt bin.

1.
Natürlich ist das Vergleichen von Hunden und Katzen ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen.

2.
Bei jeder Kastration eines weiblichen Tieres besteht die Gefahr der Inkontinenz (übrigens auch bei weiblichen Menschen, eben weil die Anatomie nicht sooo unterschiedlich ist).

3.
Dass eine zu frühe Kastration die Entwicklung behindert und deswegen keineswegs stattfinden sollte, halte ich für Quatsch. Und ganz ehrlich: Vor ein paar Jahren war das das Top-Argument, warum man Katzen - wenn überhaupt (!!!) - dann erst nach der Geschlechtsreife kastrieren sollte. Wenn das heute hier im Forum jemand schreiben würde, würden wir über ihn herfallen! Da wundert mich jetzt total, dass das als Argument gegen eine frühe Kastra beim Hund spricht.

4.
Dasselbe gilt für das "kastrierte Hunde werden dick" - Argument. Das liest man beim Thema Katzen auch oft. Fakt ist, wenn der Geschlechtstrieb durch Kastra wegfällt, dann ist einer der elementarsten Triebe des Tieres weg. Es gibt kein Interesse am anderen Geschlecht, die Bereitschaft Reviere zu verteidigen oder sich im Rudel nach oben zu kämpfen, sinkt massiv. Und da sich unsere Haustiere ja auch ihr Futter nicht selbst suchen müssen - was bleibt dann noch als Motivation für Bewegung???
Ich bin fest davon überzeugt, dass kein Tier, das vernünftig ausgelastet und beschäftigt wird, dick werden "muss"!!!

5.
Ich bin fest davon überzeugt, dass auch Hunde mit einem starken Sexualtrieb wirklich LEIDEN, wenn sie nicht kastriert sind, aber eben auch keinen Deckakt ausführen dürfen. Ja - im Wolfsrudel paart sich nur das Alpha-Paar. Im Hunderudel übrigens nicht unbedingt, denn wir haben den Hund ja dazu gezüchtert, dass er in vielen Nuancen ein anderes Sozialverhalten zeigt als der Wolf. Und ein züchten ist ja auch überhaupt nur dann möglich, wenn die weiblichen Tiere nicht so wählerisch sind und die männlichen nicht erst Dominanz beweisen müssen, um "ran zu dürfen". Oder halten Züchter ganze Rudel und lassen nur das Alpha-Paar zur Paarung??
Und wer schon mal einen unkastrierten Rüden in der Umgebung mehrerer läufiger Hündinnen gesehen hat, kann nicht ernsthaft sagen, dass dem das nichts ausmacht (es sei denn, er hat keinen ernsthaften Sexualtrieb).

6.
Mal ein handfestes Argument für Frühkastra: Gesäugetumore bei Hündinnen können durch eine Kastra vor der ersten Läufigkeit zu 100 % ausgeschlossen werden. Nach der ersten Läufigkeit sinkt diese Wahrscheinlichkeit auf 25 % (die Studie hab ich irgendwo, muss mal suchen). Und wer wie ich schon mal erlebt hat, wie es ist, wenn man eine Gesäugeleiste entfernt, wird das in jedem Fall propagoeren.

7.
Das mag jetzt überspitzt klingen, aber für mich bleibt als Botschaft: Da sich der hündische Sexualtrieb nicht so störend auf das Zusammenleben mit dem Menschen auswirkt (kaum nerviges Gejaule, kaum stinkendes Markieren), muss er auch nicht unbedingt beseitigt werden. Und Gründe gegen ne Kastra kann ich beim besten Willen nicht sehen. Jedenfalls keine, die ich ohne Zweifel stehen lassen könnte.
Viele Grüße von Don Camillo und Pepone sowie Dosine Conny

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Re: Kastration bei Hunden

Beitragvon Schuggi » 19.07.2012 23:18

Tja, auch jetzt könnte ich einiges schreiben was nicht
wirklich stimmt (widersprechen)...
aber das wird mir einfach zuviel und andererseits steht
oder sagt immer wieder jemand etwas anderes,
ergo man wird sich nie einig werden, finde ich letztendlich
auch gar nicht so schlimm....außer wenn irgendwo Studien
oder Berichte verfasst werden die absolut unwahr sind.

Das geht jetzt nicht gegen Dich Katzenmutt, also
bitte nicht fehl interpretieren...
sondern gegen die, die sagen Mamatumore/Gesäugetumore
können zu 100% ausgeschlossen werden
wenn eine Frühkastration stattgefunden hat...
das ist NICHT wahr und schlichtweg eine wünschenswerte
Utopie. Richtig ist das die Wahrscheinlichkeit gering ist
aber definitiv nicht ausgeschlossen, die Zahlen stimmen
einfach nicht...
und jeder anständige TA wird das ebenfalls sagen!

Und ich kann sehr gut erahnen was Du mit Deiner
Hündin durchlebt haben musst...
Gesäugetumore die rechtzeitig erkannt werden, (in der
Regel erkennt man eine Veränderung relativ schnell) treten
in verschiedenster Art auf, einige kapseln sich ab andere
nicht, die allermeisten TÄ raten einen Tumor zu entfernen
in den selten Fällen wird/muss die komplette Leiste entfernt,
(eine große und komplizierte OP und eine Tortur
für jede Hündin, das gilt oftmals auch für den Heilungsprozess)
es sei denn es gibt einen mehrfachen oder bösartigen Befall,
bei letzteren wird es auch meist nur gemacht wenn der Hund keine
Metastasen hat, es sei denn der Besi besteht darauf.

Ich habe meine Jessie am 6. Oktober 2007 um 21: 53 Uhr auf ganz
furchtbare Weise verloren, 4 Tage nach ihrer Kastration (angeblich Not OP),
alles was schief gehen konnte ist passiert es war der pure Horror, Einzelheiten
möchte ich Euch ersparen sie sind nicht nur unerträglich sondern auch unfassbar!

Seit diesem Zeitpunkt weis ich auch das wenn man ein schwerkrankes
Tier Erlösen möchte, man erstmal auf den richtigen TA finden muss
die Notfall TÄ war Gott sei Dank so jemand, sie bestand zwar erst
noch auf div. Untersuchungen inkl. Röntgen aber das war mir egal...und es war gut so
denn sie hat festgestellt Jessie hätte gar nicht operiert werden
dürfen, sie hatte im Grunde gar keine Chance, jetzt muss ich schon
wieder weinen...
nur soviel...eigentlich gibt der TA bekanntlich 2 Spritzen, meine
Igelnasi ist ganz kurz nach der ersten in meinem Armen eingeschlafen
und hatte endlich ihren Frieden. Bis heute habe ich diese Tage nicht
verwunden...(so kann es kommen wenn die eigentliche TÄ in
Urlaub ist und man zu jemanden gehen muss den man gar nicht kennt)

Und aus diesem Grund war für mich ganz klar, sollte irgendwann
doch noch mal ein Hund für mich in Frage kommen, wird sie so
schnell & früh kastriert wie es möglich ist...
und als meine TÄ dann erklärte welche Vorteile es haben kann
war ich drei und vierfach überzeugt...
leider hat Cookie uns einen heftigen Strich durch die Rechnung gemacht
und die OP konnte erst am 27.7.2011 durchgeführt werden.

Wie schon erwähnt, das Thema Kastration von Hündinnen hat
mich sehr, sehr lange beschäftigt...warum so exzessiv wisst
ihr jetzt auch...

@Katzenmutt
es tut mir aufrichtig leid das Du mit Deiner Hündin
auch soviel Kummer durchleben musstest...

@all
wisst ihr eigentlich warum fast alle männlichen Löwen
in den Zoos keine Mähne mehr haben?
Und ich spreche jetzt nicht von der Art die in einem
bestimmten Gebiet in Afrika lebt und von Natur aus
keine hat...

Puhhh...ich hätte nicht gedacht das dieses Thema
ganz allgemein, so vielfältig & emotional ist...
vielleicht sollte man für Katzen auch noch einen Thread
eröffnen, wegen der Äpfel & Birnen...
wenn man es nämlich ganzheitlich betrachtet (finde ich
persönlich übrigens sehr wichtig) und nicht nur von der Anatomie
gibt es einige Unterschiede, manche sind sogar gravierend...
oder gibt es schon einen den man wiederbeleben könnte?
Bedarf gibt es ja offensichtlich…
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Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das was übrig
bleibt, wie unwahrscheinlich es auch wirken mag, die Wahrheit sein...

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Re: Kastration bei Hunden

Beitragvon Minimotte » 20.07.2012 07:44

ich finde, das das Thema Kastration sehr interessant ist und es ist tatsächlich ein großer Unterschied von Hunden und Katzen dabei.
Hunde und Katzen sind vom Verhalten eben sehr unterschiedlich, Hund = Rudeltier, Katze = Einzelgänger usw.

Löwen werden als Rudelführer in Zoos auch sterilisiert, das der Trieb und die Mähne als Beiwerk erhalten bleiben ,damit ein vom Verhalten her das Rudel stimmig ist.
Alle "überflüssigen" Kater werden dann kastriert.
AAAAAABER das führt wieder zu ´dem Thema. wohin mit dem ganzen Zoonachwuchs, :roll:
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Re: Kastration bei Hunden

Beitragvon Schuggi » 20.07.2012 08:13

Das in den Zoos kastriert werden muss liegt
auf der Hand, für mich zumindest...
wenn man sich damit mal beschäftigt hat oder
auch nur regelmäßig Elefant Tiger & Co oder
ähnlich geguckt hat, versteht das im Prinzip auch,
egal was man von solchen Sendungen hält, soll
Leute geben die finden sie furchtbar, man erhält
immer mal wieder Infos die einem zuvor nicht so
genau bekannt waren.

Denn wie Du sagst der Nachwuchs kann zu einem
wirklichen Problem werden...und es ist tatsächlich
so das ein vermitteln sich als äußert schwierig gestalten
kann, selbst weltweit.

Ich hatte nach der Mähne gefragt, weil die weitverbreiteste
Antwort darauf "kastriert" ist...
soviel dann mal (ganz allgemein) zu der Auffassung eine Kastration hätte
keinen Einfluß b.z.w. Beeinträchtigung der Entwicklung :?
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Re: Kastration bei Hunden

Beitragvon teufelchentf » 20.07.2012 10:09

Ich kann bei diesem Thema keinen Unterschied erkennen zwischen Hund, Katze oder Kaninchen.
Alle sollten kastriert werden.

Daher sollte man endlich die Kastrationspflicht einführen damit dieses
"ich red mich mal mit unsinnigen Argumenten gegen eine Kastra raus"
ein Ende hat.

Läufigkeiten bei Hündinnen sind auch nicht gerade ein Spatziergang für die Hunde und das sollte sich jeder mal überlegen der
das seinem Hund oder überhaupt seinem Tier antut.
Aber hauptsache der Mensch entscheidet "für" das Tier, darauf sind sie leider Gottes angewiesen.
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Re: Kastration bei Hunden

Beitragvon peper » 20.07.2012 19:00

Ich kann als Alterantive den Hormon-Chip für Rüden empfehlen.
Der wirkt wie eine Kastration. Wir habe es derzeit selber beim unserem Rüden gemacht. Der Hund war zu dem Zeitpunkt durch eine Veränderung in der Familie (Todesfall) total von der Rolle. Der TA riet zu einer Kastraton damit das Tier ruhiger wird bzw. schlug erst einmal diesen Hormon-Chip vor, da man ja nicht umbedingt weiß wie der Hund nach der Kastration ist. In den meisten Fällen sollen die Tiere zwar ruhiger sein - aber beim Nachbarhund hat die Kastration z.B. auch gar nichts gebracht.
Unserem Hund hat der Chip echt gut über die Zeit geholfen - heute hat er keine Chip mehr ist aber auch nicht kastriert. :D
Ich finde diese Chip insofern ganz gut, als das ich "erst mal" testen kann wie mein Hund als Kastrat vom Verhalten her sein wird. Dieser Chip hält übrings 1/2 Jahr und es gibt jetzt auch schon welche die 1 Jahr halten. Wir einmal unter die Haut gespritzt und soll sich dann später auflösen. (ob das nun so stimmt weiß ich aber nicht - fühlen kann ich den Chip heute jedenfalls nicht mehr)



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