Alterskrankheiten

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lulu39
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Alterskrankheiten

Beitragvon lulu39 » 28.02.2007 06:11

Was sind Alterskrankheiten bei Katzen? Bestimmte Krankheiten tauchen bei älteren Katzen gehäuft auf.

Diese werde ich hier versuchen zu erklären (ich werde den Beitrag also immer wieder editieren und ergänzen - bitte etwas Geduld).

Einige Beispiele:

CNI (Chronische Niereninsuffizenz)

Die chronische Niereninsuffizienz ist eine schleichend fortschreitende Erkrankung der Niere, wobei die Schädigung der Niere irreversibel ist.
Statistiken zeigen, daß 30 % der älteren Hunde und Katzen an CNI erkranken.
Die Nieren verfügen über eine sehr hohe Kompensationsfähigkeit. Erst wenn mehr als 65 -75 % des Nierenfunktionsgewebes zerstört ist, treten die ersten Anzeichen einer Erkrankung auf.
Ohne Behandlung verläuft die Erkrankung tödlich.
Deshalb ist es empfehlenswert ältere Tiere routinemäßig einer Vorsorgeuntersuchung (Seniorcheck) zu unterziehen, so daß bisher symptomlos erkrankte Tiere erkannt werden.
Als Senioren gelten unsere kleinen Patienten ab dem 7. Lebensjahr.
Auch jüngere Tier können an der CNI leiden . 02)

Bild

Die Chronische Niereninsuffizienz bei der Katze

Sehr viele Erkrankungen können die Nieren der Katzen angreifen. Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) kann das Endergebnis von sehr unterschiedlichen Krankheitsprozessen sein.
Die Nieren verfügen über eine sehr große Kompensationsfähigkeit, so daß erst bei einer Schädigung von mehr als 75% des Nierenfunktionsgewebes, die Katze erkennbar krank wird - und selbst in diesem Stadium sind die Krankheitszeichen noch sehr subtil. Häufig sind die Katzenbesitzer/innen sehr überrascht, wenn wir ihnen mitteilen müssen, daß ihre Katze lebensbedrohlich erkrankt ist
Die Nierenerkrankung läßt sich nur im Bluttest eindeutig erfassen. Je früher sie erkannt wird, um so erfolgreicher sind die möglichen Therapien.
In der Regel sind ältere Katzen von ihr betroffen, statistisch sind Tiere über 15 Jahre zu 30% von renalen Dysfunktionen betroffen. Doch auch jüngere Tiere können an ihr erkranken

Was sind die Anzeichen der CNI?

Im frühen Stadium sind die Krankheitsanzeichen sehr unspezifisch. Im Gegensatz zum Hund, der auffällig wird durch vermehrten Urinabsatz und vermehrter Wasseraufnahme, wird dieses Phänomen nur bei 30 - 40 % der Katzen beobachtet.
Die auffälligsten Anzeichen sind

* Lethargie, Schwäche,
* Inappetenz, Gewichtsverlust,
* Zahn - und Zahnfleischerkrankungen.
* Häufig ist das Fell weniger glänzend und / oder dünner und sie laufen etwas steif.
* Manche Katzen erbrechen häufiger, was auf ein Ansteigen der Stoffwechselprodukte im Blut zurückzuführen ist, die nun von der Niere nicht mehr funktionsgemäß ausgeschleust werden.
* Manchmal erblinden die Katzen plötzlich aufgrund von Bluthochdruck. ( Die Niere ist das Regulationsorgan für das Blutdrucksystem.)

Auch wenn die Niereninsuffizienz ein schleichender und ständig fortschreitender Prozeß ist, kann das Krankheitsbild sich sehr plötzlich entfalten.
Ausschlaggebend können oft geringgradige Anlässe sein wie Hungern , Erbrechen, Durchfall., was eine milde Dehydrierung bedingt , die die geschädigte Niere dann nicht mehr in der Lage ist, zu kompensieren. Zu diesen schädigenden Faktoren kann beim vorgeschädigtem Patienten auch eine Narkose gehören. Bei jeder Narkose kommt es zum Blutdruckabfall, der eine Minderdurchblutung der Niere bedingt.Dies kann nur durch eine intravenöse Infusion während der Narkose verhindert werden.

Wie wird die CNI diagnostiziert?
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen akuter und chronischer Niereninsuffizienz .
Die Diagnose der CNI basiert auf einer Chronischen Azetonämie renalen Ursprungs, die länger als 2 Wochen besteht ( = Chronzität)
Die Test umfassen Harnanalyse, Harnkultur und ein vollständiges Blutbild.
CNI wird über den Bluttest diagnostiziert. UREA und CREATININ sind die häufigsten Werte ,die bestimmt werden. Diese Substanzen werden normalerweise über den Urin ausgeschieden, verbleiben sie vermehrt im Blut, ist das ein Anzeichen der Funktionsstörung der Nieren.
Ein Anstieg von UREA im Blut (Urämie) kann auch nicht - renale Ursachen haben: z.B. Blutverlust, Dehydration.... (prärenale Störung). Wird die Niere nicht mit ausreichend Blut durchflutet, so kann sie Ihre Funktion nicht ausreichend erfüllen und die Giftstoffe verbleiben in Blutkreislauf.. Diese Art von Störung kann sehr schnell beseitigt werden, indem durch eine Infusiontherapie das Blutvolumen wieder aufgefüllt wird, und die Niere wieder ihre normale Arbeit aufnimmt.
Urämie entsteht auch , wenn der Abfluß des Urins gestört ist: z.B. durch Blasenentzündung, Harngrieß, Blasensteine...( postrenale Störung) Dann treten retrograd die toxischen Stoffwechselprodukte ins Blut zurück. Notfalltherapie ist erforderlich!
Akutes Nierenversagen kann auftreten durch die Aufnahme von Giften. Hier steigen die Urea und Creatininwerte rapide an. Auch hier wird die Niere in der Regel nicht ausreichend mit Blut versorgt, eine sofortige Notfalltherapie muß einsetzen.

Aufgabe der Nieren

* Ausscheiden von Stoffwechselprodukten
* Ausscheiden von bioaktiven Substanzen ( z.B. Gastrin für die Magensäureproduktion )
* Regulation des Wasserhaushaltes
* Regulation des Säure-Basengleichgewichts..
* Regulation des Elektrolythaushaltes (Calzium, Phosphat, Kalium)
* Hormonproduktion ( Renin, Erithropoetin)
* Vitamin D-3 Aktivierung


Behandlung der CNI
Die Nierenschädigung muß ausreichend abgeklärt werden . Hierzu dienen weitere Blutuntersuchungen, Röntgen, Ultraschall und manchmal eine Nierenbiopsie.
Je nach dem Ausmaß der Schädigung können folgende therapeutische Maßnahmen ergriffen werden.

* Rehydration
* Korrektur des Blutsäure- Basenspiegels
* Behandlung von Erbrechen, Durchfall
* Stimulation des Appetits
* Behandlung des Bluthochdruck
* Behandlung der Anämie
* Kontrolle von Phosphat, Kalzium
* antibakterielle Behandlung

Es sollte versucht werden die Katze auf ein Diätfutter umzustellen. Die Diättherapie darf nicht mit Gewalt begonnen werden. Sehr wesentlich ist, daß die Katzen in diesem Stadium Futter zu sich nehmen, da sie dehydrieren können, wenn sie nicht fressen, was den Zustand dramatisch verschlimmern kann.
Ist eine Futterumstellung erforderlich, so beraten wir sie ausführlich , wie es gelingen kann, ihre Katze an die neue Nahrung zu gewöhnen. Es ist nicht einfach!

Behandlung des Bluthochdrucks
Bluthochdruck ist eine sehr ernste Komplikation die bei der CNI auftritt. Blutdrucksenkende Medikamente sind erforderlich

Behandlung der Anämie
Viele Katzen werden anämisch. Das ist zum Teil darauf zurückzuführen , daß die erkrankte Niere nicht ausreichend Erytropoetin produziert, Auch kann es über die Toxine, die nicht mehr mit den Harn ausgeschieden werden können, zu Darmblutungen kommen n, oder die roten Blutzellen werden durch die Toxine direkt angegriffen.

Facit

Bis dato dienen uns zur Erkennung von Nierenerkrankungen die Bluttests und der Ultraschall. In Amerika wird intensiv geforscht, Parameter zu finden, die uns ermöglichen ,die Krankheit noch viel früher zu erkennen. Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, daß Krankheitssymptome erst auftreten , wenn 75% der Niere nicht mehr funktionsfähig ist. Insofern sind regelmäßige Kontrollen beim älteren Tier anzuraten (SeniorCheck : die Katze wird mit 7 Jahren zum Senior).

Quelle: Dr. Rogalla

Weitreichende Infos dazu gibts hier - vom Füttern bis zur Sterbebegleitung im Endstadium

http://www.felinecrf.info/Tanya_und_Thomas.htm



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SDÜ (Feline Hyperthereose)

Fachbegriff: Feline Hyperthereose

Einführung - Die Schilddrüse
Die Schilddrüse ist ein Hormon produzierendes Organ, das aus zwei getrennten Drüsenlappen besteht. Diese befinden sichbei der Katze beidseits der Luftröhre und sind äusserlich weder sicht- noch ertastbar. Die Zellen der Schilddrüse sind für die Herstellung und Speicherung der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4), Trijodthyronin (T3) sowie diverser (inaktiver) Vorstufen dieser Hormone verantwortlich. Grundsätzlich kann die Wirkung der Hormone zusammengefasst werden als Stoffwechsel steigernd, Sauerstoff verbrauchend und Eiweiss aufbauend. Sie aktivieren in zahlreichen Organen die Stoffwechselvorgänge, allerdings nicht überall in gleicher Intensität.

Sympthome:
Die Katze magert aus unersichtlichen Gründen ab. Die Abmagerung trotz des guten Appetits ist für die Besitzer häufig der auffälligste Hinweis, dass mit ihrem Tier etwas nicht in Ordnung ist. Obwohl bei einer Schilddrüsenüberfunktion sowohl der Eiweissauf- wie auch der Eiweissabbau im Körper gesteigert ist, resultiert der Eiweissabbau. Dies vermag auch die grössere Futteraufnahme nicht zu kompensieren. Deshalb entsteht insgesamt eine negative Energiebilanz und die Katze verliert an Muskelmasse und letztlich an Gewicht. Der erhöhte Energieumsatz führt andererseits zu vermehrter Bildung von Körperwärme, was eine Ursache für häufiges Hecheln darstellt. Oft sind diese Tiere dann auch ruhelos, tigern im wahrsten Sinne des Wortes umher und suchen kalte Ruheplätze auf. Plötzlich schläft eine Katze auf dem kalten Fliesenboden des Badezimmers oder gar in der Dusche. Trotz der scheinbar erhöhten Aktivität sind diese Tiere aber nicht mehr belastbar. Weiter können sie ein mattes Haarkleid oder starkes Krallenwachstum aufweisen. Andere Katzen werden mit chronischem Erbrechen mit oder ohne Durchfall, extremem Durst und erhöhtem Harndrang vorgestellt. Generell handelt es sich um eine magere, struppige Katze im Alter von 8 Jahren oder älter mit Magen-Darmproblemen, aber gutem Appetit.

Eine weitere Sympthomatik stellt die Appetitlosigkeit, in manchen Fällen die regelrechte Futterverweigerung dar. Dem Tier wird regelrecht "schlecht" beim Anblick des Futters. Die Hyperaktivität fördert seelische Störungen wie Leckekzeme.

KlinischeSymptome /Klinische Befunde

Gewichtsverlust
Abmagerung
Gesteigerte Futteraufnahme Tastbare Schilddrüse
Struppiges Haarkleid Hyperaktivität
Grosser Durst Rascher unregelmässiger Herzschlag
Vermehrter Harnabgang Herzgeräusch
Erbrechen Kleine Nieren
Nervosität Rasche Ermüdung
Durchfall Aggressivität
Reduzierter Appetit
Zittern
Schwäche
Atemnot
Hecheln, Atemnot


(aus: „Small Animal Internal Medicine“, R. Nelson, C. Couto, 2. Auflage, 720-729)

Häufige Begleiterkrankungen:

Herzmuskelerkrankung: Auch der Herzmuskel wird durch die Schilddrüsenüberfunktion zu Höchstleitungen getrieben, was zu einer Verdickung der Herzmuskelwände und zu einem rascheren Herzschlag führen kann. Mit der Zeit ermüdet dann der Herzmuskel und kann die Leistung nicht mehr beliebig dem körperlichen Bedarf anpassen. Es kommt zu einer Herzschwäche.

Nierenfunktionsstörungen können parallel zu einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten und verlangen insbesondere im Zusammenhang mit einer Therapie eine gute Überwachung. Deshalb sollten die Nierenwerte in regelmässigen Abständen kontrolliert werden.

Magen-Darmstörungen treten ebenfalls häufig begleitend auf. Diese sind hauptsächlich auf Störungen der Darmbewegungen und der Nahrungsaufnahme im Darm zurückzuführen.

Diagnose:

Auf Grund des klinischen Bildes und der Befunde der klinischen Untersuchung kann meist eine Verdachtsdiagnose gestellt werden:
Ein erhöhter Schilddrüsenhormonwert (T4) im Blut ist ein verlässlicher Gradmesser zur Bestätigung der Diagnose. Jedoch kann sich der T4-Wert zu Beginn einer Erkrankung oder bei begleitenden anderen Allgemeinerkrankungen noch im Normalbereich befinden. In diesem Fall sollte der T4-Wert wiederholt bestimmt werden. In unklaren Fällen und insbesondere, wenn das klinische Bild sehr typisch ist, die Laborwerte die Befunde jedoch nicht bestätigen, können weitere Hormonbestimmungen (fT4), ein szintigrafische Untersuchung durchgeführt werden. Letzterer Test kann nur in einer Spezialklinik durchgeführt werden. Das fT4 oder auch freies T4 ist eine Untergruppe des bereits erwähnten wichtigen Schilddrüsenhormones T4. Auch dieser Wert kann bei einer Überfunktion erhöht sein. .

Weitere Erläuterungen zu Untersuchungs-und Behandlungsverfahren findet ihr auf meiner HP - da habe ich das alles schon zusammen getragen:

http://www.beepworld.de/members89/wasja2005/index.htm

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Katzendiabetis

Zum Thema Katzendiabetis werde ich mich nicht so ausführlich auslassen. Es handelt sich um eine chronische Stoffwechselkankheit, die einen Insulinfehlstatus nach sich zieht.

Es gibt keine bessere Seite im Netz als die von Helga . Dem habe ch absolut nichts hinzu zufügen.

http://www.katzendiabetes.de/1617427.htm

Ich würde mich selbst unverzüglich an Helga wenden, wen n es mich treffen würde. Im Forum trifft man auf Gleichgesinnte.

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Athrose

Symptome

Gelenkprobleme wie Verschleiß, Arthrose, Hüftdysplasie und Spondylose kommen vor allem bei älteren Hunden und Katzen vor. Arthrose ist eine chronische Gelenkentzündung, wobei die Struktur und Funktion der Knorpel degenerieren. Die meisten Tiere mit Arthrose kennen Phasen mit akuten Schmerzen, abwechselnd mit schmerzfreien Perioden. Der Schmerz wird wahrscheinlich hauptsächlich durch die Entzündung des umliegenden Gewebes verursacht.


Ursachen und Risikofaktoren

* Vererbung
* Übergewicht und zu schnelles Wachstum von jungen Tieren
* Falsches Futter


Behandlung

Es gibt keine Therapie die nachweist, dass sie die Progression stoppen kann. Die Behandlung von Arthrose hat zum Ziel, die Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu erhalten, so dass das Tier wieder nahezu normal funktionieren kann. Die Kombination von Osteocur mit Arthricur sorgt für bessere Durchblutung und verminderte Entzündung der Gelenke und des umliegenden Gewebes. Duivelsklauw wirkt als natürlicher Schmerzstiller bei Knochen- und Gelenkproblemen, ohne die Nebenwirkungen, die Kortikosteroide haben. Ferner ist es wichtig, die Bewegung einzuschränken, um übermäßige Belastung der betroffenen Gelenke zu vermeiden. Gute Fütterung ist notwendig, um Übergewicht vorzubeugen. Sie ist faserreich und enthält nicht zu viele Kalorien.

Hilfsmittel bei Athrose: Magnetfeld, Wärme-und Schmerztherapie


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Pankreatitis - Bauchspeicheldrüsenentzündung


Hierzu muß erwähnt werden, das die eindeutige Diagnose von Pankreatitis bei katzen sehr schwer ist.

Vor allem die akute Pankreatitis stellt eine dramatische Verlaufsform der Bauchspeicheldrüsenentzündung da. Der Ausgangspunkt für diese Entwicklung ist das Versagen der verschiedenen Schutzmechanismen,
die eine Selbstverdauung des Pankreas verhindern: Normalerweise werden die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse in inaktiver Form produziert, gespeichert und auch sezerniert.
Erst in der Darmschleimhaut bzw. im Darmlumen
also in angemessener Entfernung von der Bauchspeicheldrüse
entstehen hieraus die biologisch aktiven Enzyme.

Eine vorzeitige Aktivierung der Verdauungsenzyme bereits im Pankreas führt in Abhängigkeit von Ursache und Dauer der Erkrankung über eine milde ödematöse Entzündung bis hin zur hämorrhagischen und schließlich nekrotisierenden Pankreatitis.
Einen meist tödlichen Verlauf nimmt die Erkrankung, wenn proteolytische Enzyme in die Blutbahn geraten,
da es dann in relativ kurzer Zeit zu einem massiven Verbrauch von Plasmaproteaseinhibitoren vor allem den Makroglobulinen kommt.

Freie Proteasen können nur nach vorheriger Bindung an Makroglobuline inaktiviert werden.
Der Zusammenbruch dieser Schutzmechanismen führt nach relativ kurzer Zeit zum Tod des Patienten.

Symptome

In Abhängigkeit von der Ursache und dem Verlauf, können die nachfolgend beschriebenen Symptome entweder völlig fehlen, oder aber in ganz extremer Form beobachtet werden.

Meist tritt mittelgradiges bis schweres Erbrechen auf,
das durch Futter und/oder Wasseraufnahme meist ausgelöst bzw. intensiviert wird. Oft entsteht in der Folge Durchfall und die Tiere zeigen mehr oder weniger stark ausgeprägte Anzeichen für adominale Schmerzen. Alle Tiere sind anorektisch und lethargisch bis hin zu ausgeprägter Depression und Schockzustand.
Fieber tritt normalerweise nicht auf, es sei denn bei einer nekrotisierenden Pankreatitis.

Vor allem bei der Katze sind die oben beschriebenen Symptome auch bei schweren Verlaufsformen, oft nur andeutungsweise ausgeprägt, was selbst das Stellen einer Verdachtsdiagnose erheblich erschwert.

Als häufigste Symptome werden für die Katze in abnehmender Inzidenz Lethargie, Anorexie, Dehydratation, Tachypnoe, Tachycardie, Hypothermie, Ikterus, abdominale Schmerzen und Erbrechen angegeben.

Ursachen

Oft kann bei einer Pankreatitis keine ätiologische Diagnose gestellt werden. Als mögliche Ursachen bzw. potentielle Risikofaktoren werden folgende Punkte diskutiert:

Verfettung aber auch Unterernährung, fettreiche Mahlzeiten,

Hypertriglyceridämie, Endotoxämie, Leber- und Gallenwegserkrankungen

(Entzündungen, Obstruktionen, Tumoren, Duodenalreflux u. a.),

Medikamente Hypercalcämie, Toxine und Gifte ,Traumen, Parasiten, ...

Für einige Rassen ist eine erbliche Prädisposition beschrieben, so zum Beispiel für den Siam.

Neben dem Vorbericht und dem klinischen Bild sollten zur Sicherung der Diagnose und zur Abklärung der Differentialdiagnosen folgende Laboruntersuchungen herangezogen werden

BLUTUNTERSUCHUNG

TLI (Trypsin-like-Immunoreactivity)

Vor allem bei einer akuten Pankreatitis ist mit einem deutlichen Anstieg der TLI zu rechnen.
Mit zunehmender Chronizität fällt dieser Anstieg immer weniger markant aus.

Katzen müssen vor der Blutentnahme unbedingt 12 Stunden nüchtern sein.

Die Verlegung der Ausführungsgänge des Pankreas oder eine stark eingeschränkte Nierenfunktion kann zu falsch normalen bzw. falsch erhöhten TLI-Werten führen.

Katzen, die an einer exokrinen Pankreasinsuffizienz leiden,
haben subnormale bzw. stark erniedrigte TLI-Werte.

Lipase und Amylase

Erhöhungen der Lipase um mehr als das Dreifache des oberen Referenzbereiches gelten als hochgradig verdächtig für eine Pankreatitis bzw. eine Pankreasnekrose.

Sowohl die Lipase, als auch die Amylase werden über die Niere ausgeschieden. Eine Niereninsuffizienz kann infolge verzögerter renaler Ausscheidung zu einer unspezifischen Erhöhung auf den 2- bis 3-fachen Wert führen.

Die Beurteilung sollte also stets mit Blick auf die Nierenfunktion erfolgen.

Je früher das Serum nach Beginn der Erkrankung gewonnen wird,
umso höher ist die zu erwartende Sensitivität und Spezifität.
Niedrige oder normale Lipase- und Amylasewerte schließen eine Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht aus.

Insgesamt betrachtet gilt die Lipase als diagnostisch spezifischer im Vergleich zur Amylase.
Sie reagiert langsamer als die Amylase, bleibt aber über einen längeren
Zeitraum erhöht.

Im Gegensatz dazu steigt die Amylase sofort an, sinkt aber schon nach 1 bis 2Tagen wieder ab.
Lipase und Amylase sollten deshalb immer gemeinsam untersucht werden.

WEITERE LABORWERTVERÄNDERUNGEN

Verschiedene andere Abweichungen werden in unterschiedlicher Häufigkeit bei Bauchspeicheldrüsenentzündungen beobachtet:

Leukozytose mit Linksverschiebung

normozytäre und normochrome Anämie

Hyperbilirubinämie

Hypercholesterinämie

Hyperglycämie

GPT-, GOT- und AP-Erhöhung

Azotämie durch Dehydratation oder primäre bzw. sekundäre Niereninsuffizienz.

Die Differenzierung von prärenaler und renaler Harnstoff- und Kreatininerhöhung erfolgt durch Urinanalyse und das Ansprechen auf eine Infusionstherapie.

Therapie

Die wichtigsten therapeutischen Maßnahmen sind symptomatischer Natur:

Flüssigkeitstherapie, um Verluste, Dehydratation, Schock und Nierenversagen zu behandeln.

Nahrungskarenz, um eine weitere Selbstdigestion zu vermindern.

Kontrolle des Vomitus: z. B. Meoclopramid, Cimetidin ;

Schmerztherapie: z. B. Buscopan, Novalgin;

Antibiose, um Sekundärinfektionen zu bekämpfen bzw. zu verhindern. Antbiotika aus der Gruppe der Gyrasehemmer gelten als Mittel der Wahl
und sollten wenn möglich wie auch alle anderen Medikamente parenteral verabreicht werden.

Bluttransfusion, um Makroglobuline, Gerinnungsfaktoren und andere Blutbestandteile, die bei einer akuten Pankreatitis einem starken Verbrauch unterliegen, dem Körper zur Verfügung zu stellen.

Diät:
nach angemessener Nahrungskarenz sollte zunächst Wasser und/oder Elektrolytlösung in kleinen Menge verabreicht werden.

Wenn die orale Flüssigkeitsaufnahme ohne Erbrechen innerhalb von 24 Stunden möglich ist, sollte in 1- bis 2-stündigen Abständen löffelweise eine fett- und eiweißarme Diät von breiig-flüssiger Konsistenz angeboten werden.

Die gleichzeitige Verabreichung von Pakreasenzymen und Medikamenten,
die die Magenmotilität und Magenentleerung fördern,
scheint sich günstig auf die Rekonvaleszenz auszuwirken und senkt die Rezidivrate.

(Quelle:Savanna-Cats)

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Herzerkrankungen

Erkrankung des Herzen bei der Katze

Kardiomyopathien stellen die Mehrheit der felinen kardiovaskulären Erkrankungen dar. Von den erworbenen Herzerkrankungen bei der Katze sind 95% Herzmuskelerkrankungen15. Es werden primäre (idiopathische) und sekundäre Formen (ernährungsbedingt, infiltrativ, entzündlich, toxisch, genetisch) der Kardiomyopathie unterschieden. Die primären Kardiomyopathien werden entsprechend ihrer Morphologie in eine hypertrophe, dilatative und restriktive Form eingeteilt9.

Die hypertrophe Kardiomyopathie gilt heute als die am häufigsten diagnostizierte Herzmuskelerkrankung der Katze (65-70%)15. Sie ist gekennzeichnet durch eine abnorme linksventrikuläre Hypertrophie. Diese führt zu einer diastolischen Dysfunktion, während die systolische Funktion meist unverändert ist. Sie kann idiopathisch, ohne eine zugrundeliegende systemische oder kardiale Erkrankung, oder sekundär als Folge einer systemischen (Hypertonie, Niereninsuffizienz), metabolischen (Hyperthyreose, Akromegalie) oder infiltrativen Erkrankung auftreten. Die Hypertrophie des Herzmuskels stellt einen wichtigen Kompensationsmechanismus auf eine chronische Druck- und Volumenbelastung dar. Sie führt zu einer Erhöhung des enddiastolischen Druckes bei einem reduzierten enddiastolischen Volumen. Durch die Hypertrophie des Herzmuskels kann es zu einer Verzerrung des Klappenapparates mit daraus resultierender Regurgitation kommen. Überwiegend treten symmetrische linksventrikuläre Hypertrophien auf. Weibliche Katzen sind weniger häufig betroffen als männliche und Langhaarkatzen seltener als Kurzhaarkatzen9.


Die dilatative Kardiomyopathie wurde früher häufiger diagnostiziert als heute. Da als Ursache ein Taurinmangel in der Nahrung erkannt wurde, ist die Häufigkeit dieser Herzerkrankung mit der Supplementierung von Taurin in das Katzenfutter zurück gegangen. Die dilatative Kardiomyopathie entspricht allerdings dem Endstadium vieler Herzerkrankungen. Die idiopathische Kardiomyopathie ist eher selten15. Bei der dilatativen Kardiomyopathie kann der Herzmuskel die erforderliche Pumpleistung nicht mehr aufrecht erhalten. Daraus resultieren ein reduziertes Herzschlagvolumen, ein erhöhtes endsystolisches und enddiastolisches Ventrikelvolumen und eine erhöhte Wandspannung des Herzmuskels. Die Dilatation der Kammer führt zu Verzerrungen des Klappenapparates mit folgender Regurgitation an den Atrioventrikular-Klappen. Dadurch sinkt das Herzschlagvolumen weiter und die Arterien dilatieren. Ein kongestives Herzversagen (Dekompensation) entsteht durch die verminderte Kontraktilität und das Versagen oder die Überkompensation von neuroendokrinen, hepatorenalen und peripheren Kompensationsmechanismen. Eine Rassendisposition scheint bei weißen Abessinier-, Siam- und Burmakatzen zu bestehen9.


Die restriktive Kardiomyopathie tritt eher selten auf und stellt keine einheitliche morphologische Erkrankung dar. Die diastolische Funktion des Ventrikels wird durch eine endokardiale, subendokardiale oder myokardiale Fibrose oder Infiltration behindert. Dies führt zu einer Behinderung der Kammerfüllung. Die systolische Funktion ist in der Regel nicht gestört. Eine Fibrosierung des Papillarmuskels, eine Verschiebung der Mitralklappen gegeneinander und Formveränderungen der linken Kammer führen zu einer Mitralklappenregurgitation und zur Vergrößerung des linken Vorhofes15.

Diagnostik

Insgesamt ist das Auftreten von Symptomen bei der Katze nicht so stark ausgeprägt wie beim Hund. Es tritt beispielsweise kein Husten auf. Ebenso ist die Belastbarkeit nur schwer zu beurteilen. Ein typisches Verhalten herzkranker Katzen ist es, sich in dunkle Ecken zurück zu ziehen. Auch zunehmend aggressive Reaktionen auf die Aufforderung zum Spiel durch eine vertraute Katze, können ein Hinweis für eine Herzerkrankung bei der Katze sein. Herzkranke Katzen zeigen am häufigsten (ca. 50%) Dyspnoe, reduzierte Aktivität und Inappetenz. Es ist aber auch möglich, dass selbst schwer herzkranke Katzen noch asymptomatisch erscheinen13.

Symptome einer akute Herzinsuffizienz sind Dyspnoe, Mydriasis und Maulatmung (ängstlicher Gesichtsausdruck). Bei der Palpation ist auf einen verstärkt fühlbaren linksventrikulären Herzspitzenstoß zu achten. Bei der Auskultation sollte zunächst mit der Membran (Herzgeräusche) und dann mit dem Trichter (Galopprhythmus) des Stethoskops abgehört werden. Bei der Katze entspricht eine Herzfrequenz ≥ 260 Schläge pro Minute einer bedrohlichen Tachykardie (Herzinsuffizienz).

Stauungserscheinungen im Röntgenbild zeigen sich bei der Katze meist in einer fleckigen Verteilung im Spitzenlappen (cranial). Die Herzkonturen sind nur undeutlich zu erkennen. Außerdem sind möglicherweise eine Kardiomegalie und Stauungserscheinungen der V. cava caudalis und der Lungengefäße erkennbar13.


Eine bei der Katze häufig auftretende Komplikation der Kardiomyopathie ist die Thromboembolie. Je nach Lokalisation des Gefäßverschlusses kommt es zu unterschiedlichen Erscheinungsbildern, die jedoch alle durch die Ischämie bedingt sind.


Therapie

Für die Katze existieren bisher keine breit angelegten, randomisierten, prospektiven, kontrollierten Studien zur Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aus denen eindeutige Behandlungsmaßnahmen herzuleiten wären. In der Literatur werden auf Grund klinischer Erfahrungen für die Therapie von Herzerkrankungen bei der Katze u.a. die folgenden Therapeutika empfohlen:



ACE-Hemmer5,9

Indikation: kongestive Herzinsuffizienz

Wirkstoff: Ramipril

Wirkung: Gemischte (arteriell/venös) Vasodilatation und Blutdrucksenkung, Regression der kardialen Hypertrophie


Diuretika5,15

Indikation: Flüssigkeitsansammlungen

Wirkstoff: Furosemid

Wirkung: Förderung der Wasser- und Elektrolytausscheidung, Senkung der Vorlast

Hinweis: unerwünschte Stimulation des RAAS möglich

Digoxin4

Indikation: dilatierter Kardiomyopathie, Vorhoftachykardie und –flimmern

Wirkstoff: Methyldigoxin

Wirkung: Positiv inotrop, negativ bathmo- und dromotrop

Hinweis: nicht bei hypertropher Kardiomyopathie anwenden


Beta-Blocker15

Indikation: hypertrophe Kardiomyopathie, Arrhythmien

Wirkstoff: Propanolol

Wirkung: Senkung der Herzschlagfrequenz, Blutdrucksenkung, Erhöhung der Kammerfüllung, Verminderung der Kontraktilität des Herzmuskels


Als begleitende Maßnahmen sind eine natriumarme Diät und unter Umständen eine Einschränkung der Bewegung empfehlenswert.

Quelle: Intervet

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Zähne und Co.

Zahnerkrankungen bei der Katze:

Die Zähne von Katzen sollten idealerweise einmal im Jahr tierärztlich kontrolliert werden, Katzen, die schon Zahnprobleme hatten, sollten alle 6 Monate kontrolluntersucht werden.

Infektionskrankheiten:
Einige Infektionskrankheiten gehen mit einer Zahnfleischentzündung
(Gingivitis) einher, wie FIV (Feline Infektiöse Virusinfektion = Katzen- AIDS) FeLV (Feline Leukose- Virus = Leukose) und die Feline Calici – Virusinfektion.
Insofern sind Zahnfleischentzündungen bei der jungen Katze immer verdächtig, und es muß eine Blutuntersuchung auf diese Erkrankungen durchgeführt werden.
Kleine Kätzchen um den 5. Monat herum zeigen oft eine leichte Gingivitis und riechen aus dem Maul. Das ist absolut normal, denn jetzt brechen die bleibenden Zähne durch. In der Regel dauert der Zahnwechsel um die 6 Wochen.

Peridontalerkrankungen:
Unter Peridontalerkrankungen versteht man die Erkrankungen um den Zahn herum:

* Gingivitis:
Unter Gingiva versteht man das Zahnfleisch, das den Zahn umrundet.
Eine Gingivitis entsteht sehr schnell, sie kann sich innerhalb von 48 Stunden entwickeln.
Geht die Entzündung nicht zurück, entstehen Zahntaschen, in denen sich Futterreste und Bakterien festsetzen.
Eine fortgeschrittene Gingivitis ist sehr schmerzhaft. Die Katzen speicheln vermehrt, riechen unangenehm aus dem Maul, sind oft mit den Pfoten im Maulbereich aktiv und haben im fortgeschrittenem Stadium Schwierigkeiten beim Fressen.
In diesem Stadium müssen die Zähne und das Zahnfleisch in Narkose saniert werden. Dazu gehört ein gründliches Scaling mit einem Ultraschallgerät, eine Politur und eine Fluoridierung der Zähne. Zahnfleischtaschen werden chirurgisch entfernt und antibiotisch versorgt. Eine Röntgenaufnahme dient dazu, festzustellen, ob die angegriffenen Zähne noch wurzelgesund sind. Sind die Wurzeln mitbeschädigt, so müssen die erkrankten Zähne leider extrahiert werden, um der Katze weitere Schmerzen zu ersparen.

* Peridonditis:
Unter Peridonditis verstehen wir eine weit fortgeschrittene Zahnfleischentzündung wie wir sie häufig bei der älteren Katze vorfinden. Das Zahnfleisch ist stark entzündet und die Zähne sind mit dickem Zahnstein belegt, das Zahnfleisch hat sich weit zurückgezogen, sodass die Wurzeln nicht mehr vollständig bedeckt sind. Die Zähne sind in der Regel eitrig entzündet.
Der Zahn muß dann gezogen werden.

* Stomatitis:
Eine Stomatitis ist eine Entzündung des gesamten Maulbereiches.
Katzen leiden unter diesen Erscheinungen bei dem sog. Lymphozytärem Plasma - Stomatitis Komplex
(LPGC = Lymphozytic Plasmazytic Gingivitis Stomatitis Complex). Das ist eine immuninduzierte , extrem starke Entzündung des gesamten Maulbereichen, deren Ursache bis heute nicht geklärt ist.
Die Katzen haben eine feuerrot entzündete Maulhöhle, speicheln vermehrt, stecken die Pfoten ins Maul oder zeigen andere Schmerzäußerungen, haben verringerten Appetit und verlieren mit der Zeit an Gewicht.
Einzige Behandlungsform ist zunächst alle Zähne zu reinigen, alle erkrankten Zähne zu ziehen ( manchmal sind es alle Backenzähne ), wenn möglich tägliche Spülungen mit Chlorhexidin durchzuführen und Antibiotika und Kortison zu verabreichen.

FORL = Feline Odontoklastische Resorptive Läsion

FORL ist sehr häufig sowohl bei jungen wie auch bei alten Katzen.
Es wird geschätzt, dass 72 % aller Katzen über 5 Jahre daran leiden.
Bei dieser Erkrankung lösen sich die Zähne von selbst auf, es entstehen Löcher, vor allem im Wurzel- und Zahnhalsbereich.

Oft werden diese Löcher von überwucherndem Zahnfleisch geschlossen.
Die Zähne werden mürbe und brechen schließlich ab. Die Wurzel steckt aber noch im Zahnfleisch und löst gemeinsam mit der umgebenden Zahnfleischentzündung Schmerzen aus.
Die Katzen zeigen dann ähnliche Symptome wie bei der Peridontitis.
Vielen Besitzern fällt auf, dass Ihr Liebling einseitig kaut oder das Futter im Maul herumschiebt.
Die Löcher, die durch FORL entstehen, können nicht wie beim Menschen geschlossen werden, da der Auflöseprozess ungehindert fortschreitet. Diese Zähne müssen gezogen werden. Außerdem ist
auch hier eine Röntgenaufnahme nötig, um alle betroffenen Zähne zu entdecken und in einer Behandlung unter Narkose zu entfernen.
Die Auflösung beginnt immer im Wurzelbereich, so dass sie lange dem Auge verborgen bleiben. Erst beim Einbeziehen der Krone wird
die resorptive Läsion als „Loch“ sichtbar, in der Regel sind die Läsionenen multipel und außerordentlich schmerzhaft.

Zahnsanierung beim alten Patienten:


Nun verstehen wir natürlich Ihre Angst vor der Narkose bei Ihren alten Gefährten. Oft leiden unsere kleinen Patienten aufgrund dieser Angst leider viel zu lange. Sie sollten schon bei den kleinsten Symptomen Ihr Tier kontrollieren lassen. Sind die Schäden nicht so groß, so ist der Eingriff auch viel kürzer und die Narkose ist schnell vorbei.
Bedenken Sie auch , dass unsere kleinen Gefährten in größeren Zeiteinheiten altern. Warten Sie nur ein halbes Jahr, so ist Ihr Tier oft organmäßig viel mehr als ein ganzes Jahr gealtert.
Grundsätzlich aber hat jede Narkose ein Risiko, beim jungen Tier ist es natürlich geringer als beim älteren Patienten.
Das ist bei uns Menschen nicht anders. Aufgrund dieses
generellen Narkoserisikos verlangt auch jeder Human-Arzt von Ihnen eine Einverständniserklärung vor jeder Narkose.
Wir als Ärzte sind verpflichtet dieses Risiko so gering wie möglich zu halten.
So führen wir vor jeder Narkose in Absprache mit Ihnen Bluttests durch, wir checken vorab die Funktion lebenswichtiger Organe wie Herz (EKG, Herzultraschall), Leber und Niere.
Da in der Narkose der Blutdruck absinkt und somit die Durchblutung wichtiger Organe gefährdet, bekommt Ihr Liebling bei uns immer eine intravenöse Infusion während der gesamten Narkose. Somit wird der Blutdruck stabil gehalten. Während der ganzen Narkosedauer werden Atmung, Puls, Sauerstoffsättigung im Blut und Herzaktion überprüft um mögliche Narkosezwischenfälle frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Risikopatienten werden stationär aufgenommen und länger betreut.
Als Narkoseform wird immer die leicht verträglichste Narkose gewählt. Sehr häufig wird der ältere Patient an die Narkosemaschine
( Inhalationsnarkose) angeschlossen.

Bis der Liebling erwacht, wird er mit Sauerstoff durch einen Nasenkatheter versorgt.

Quelle: TÄ Rogalla

Zu beachten: Gasnarkose bevorzugen!

Denkt darüber nach, bei einem sehr alten Kätzchen bei akuten Zahnproblemen lieber gleich alle Zähne ziehen zu lassen - Katzen kommen gut ohne Zähne aus - als sie einem wiederholten Narkoserisiko auszusetzen.

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Lg katrin
Zuletzt geändert von lulu39 am 28.02.2007 20:40, insgesamt 5-mal geändert.
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Beitragvon lulu39 » 28.02.2007 08:26

So, der Anfang ist gemacht - ich werde mich bemühen, den Rest so schnell wie möglich "nachzulegen".. :lol: :lol: :lol:

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Beitragvon Mariah » 28.02.2007 08:48

Super! :D

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Beitragvon Teddy » 28.02.2007 08:56

Yes!

Unter "und Co": Verlust des Augenlichts und Gehörs.
der Mensch GLAUBT die Katze zu erziehen
die Katze WEISS den Menschen zu erziehen
(von mir)

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Beitragvon Couchpanther » 28.02.2007 09:12

Uuuiiih, Katrin,

an Dir ist ein Katzen-Doc verlorengegangen. RESPEKT.
Da ich sowieso den Rest meines Lebens nicht mehr ohne Katzen sein kann, bin ich seit einiger Zeit dabei mir alle möglichen Bücher über Katzenhaltung, -medizin, -homöopathie, -verhalten, -psychologie usw. zuzulegen. Mittlerweile ist eine ganze Menge zusammengekommen .....

..... aber was Du hier "mal eben" in einigen Absätzen an Infos zum Besten gibst .... ich werde gelb vor Neid. Bei Dir möchte ich als Kater alt werden :lol:

Gruß vom Panther
Hunde haben Frauchen und Herrchen - Katzen haben Personal


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Beitragvon lulu39 » 28.02.2007 18:31

Teddy hat geschrieben:Yes!

Unter "und Co": Verlust des Augenlichts und Gehörs.


Okay, dazu kommen wir auch noch - obwohl hier selten krankhafte Veränderungen im direkten Sinne vorliegen - eher typische Altersverschleißerscheinungen.

Aber wir sprechen drüber.. Versprochen.. :lol: :lol: :lol:

Lg Katrin
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Beitragvon lulu39 » 28.02.2007 20:54

Alterserscheinungen - nicht unbedingt Krankheiten

Auch an Katzen geht das Alter nicht spurlos vorüber. Einige werden fett, die meisten aber verlieren im Greisenalter an Gewicht. Typisch vor allem für alte Kätzinnen ist eine immer weiter durchhängende Hautwamme am Bauch, die die eingefallenen Flanken noch deutlicher werden lässt. Erste typische Alterserscheinungen machen sich bei den meisten Katzen beim Springen und Putzen bemerkbar. Die Gelenke versteifen sich allmählich, die Bewegungen des bislang so geschmeidigen Katzenkörpers werden deshalb langsamer. Vor allem das Springen bereitet der Katze immer mehr Mühe. Aufwärts reicht oft die Schnellkraft ihrer Beine nicht mehr aus, abwärts landet sie mit einem schwerfälligen Plumps. Bei Katzen- Methusalems kann es soweit kommen, dass man sie auf ihren Lieblingsstuhl hinauf heben muss. So eine Katze hätte in freier Wildbahn wohl kaum noch eine Chance, ausreichend Beute zu erwischen, zumal auch ihr Gebiss meist schon Lücken aufweist. Je steifer der Körper wird, desto schwerer "fällt es der Katze, ihr Fell auch an weniger gut erreichbaren Stellen zu pflegen. Bald verliert es seinen Glanz und sieht leicht etwas struppig und verwahrlost aus.

Auch die Hörfähigkeit und Sehkraft lassen allmählich nach. Ihre Augenlinsen verlieren durch eingelagertesBindegewebe an Elastizität. Dieser Bindegewebsanteil lässt die Augen sehr alter Katzen mehr oder weniger blaugrau erscheinen. Zusätzlich werden die Sehzellen in der Netzhaut des Katzenauges immer weniger, so dass die Katze allgemein an Sehkraft einbüßt. Auch die Funktionen der inneren Organe lassen nach, allen voran der Nieren und der Leber. Darmträgheit führt nicht selten zu ernsthaften Verstopfungen. Die Katze schläft nun noch länger als bisher. Am liebsten sucht sie sich dafür einen Platz über dem Heizkörper, denn auch ihr Wärmebedürfnis ist gestiegen. Auch das Gehirn lässt in seinen Funktionen deutlich nach. Die Anzahl der grauen Zellen nimmt so weit ab, dass das Gehirn am Ende eines Katzenlebens um etwa 25 % leichter ist als in seinen besten Jahren. Die Signalübertragung im Nervensystem funktioniert immer langsamer. Tatsächlich reagiert eine greise Katze häufig so träge, als habe sie eine sehr "lange Leitung". Die Senilität/Demenz macht sich nicht nur in körperlichen Symptomen bemerkbar. Mit der geistigen Flexibilität ist es auch nicht mehr allzu weit her. Veränderungen in ihrer Umgebung, sei es Familienzuwachs, eine neue Wohnzimmereinrichtung oder gar ein Umzug, verkraftet eine alte Katze nur noch sehr schwer. Sie ist dar­auf bedacht, an den Routinen ihres Alltags festzuhalten, sie womöglich noch gleichförmiger ablaufen zu lassen. Auch zeitlebens sozial veranlagte Katzen können im Alter zu griesgrämigen Einzelgängern werden, die gegenüber Artgenossen oft ausgesprochen unverträglich reagieren.

Neueste wissenschaftliche Ergebnisse haben nachgewiesen, das Katzen ebenfalls an Alzheimer erkranken können.

Quelle: Hauspuma und ich..

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So, ich habe erst mal fertisch.........

@ Panther - meine Festplatte besteht aus 2 Kategorien: Tierschutz und Vet-Medizin..

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Beitragvon ela2706 » 28.02.2007 21:01

Elfentierflüsterer hat geschrieben:Das hast Du ganz phantastisch ausgearbeitet. Ein sehr wertvoller Beitrag für das Fachwissen in diesem Forum.


Dito :wink:
Das Tier erkennt die tiefsten Tiefen unseres Wesens
und hält zu uns, selbst wenn die ganze Welt uns auch verlässt...
Die Treue eines Tieres kann uns rühren,
weil Treue unter Menschen doch so selten ist...

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Beitragvon Sandfloh » 25.02.2009 16:23

Hallo
eigentlich habe ich was zum Thema Senioren Literatur gesucht (und inzwischen auch gefunden und zwar den Buchtip
Geriatrie bei Hund und Katze von W. Kraft
* ISBN-10: 3830440995
* ISBN-13: 978-3830440994 )
Ich schreib das nochmal hin, damit der nächste, der sucht auch was finden kann :)

Weil meiner ja auch so langsam aber sicher in die Jahre kommt, es ist mein erster älterer Kater und ich möchte ihn selbstverständlich noch viele Jahre gesund und munter halten!
Also sehr wichtig, dieser Fred!

Vera
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Beitragvon lulu39 » 25.02.2009 20:29

Sandfloh hat geschrieben:Hallo
eigentlich habe ich was zum Thema Senioren Literatur gesucht (und inzwischen auch gefunden und zwar den Buchtip
Geriatrie bei Hund und Katze von W. Kraft
* ISBN-10: 3830440995
* ISBN-13: 978-3830440994 )
Ich schreib das nochmal hin, damit der nächste, der sucht auch was finden kann :)

Weil meiner ja auch so langsam aber sicher in die Jahre kommt, es ist mein erster älterer Kater und ich möchte ihn selbstverständlich noch viele Jahre gesund und munter halten!
Also sehr wichtig, dieser Fred!

Vera


Das ist ein super Buch...Klasse gekauft.
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Beitragvon Mozart » 26.02.2009 11:42

Ergänze es :wink:
Der kätzische Wissensspeicher auf www.schnurr-schnurr.de

In Gedenken an Ninifee



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