Katzen-Gedichte

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Katzen-Gedichte

Beitragvon SONJA » 02.09.2005 09:46

Und hier nun der Start einer Katzen-Gedichte-Sammlung :-)
Zuletzt geändert von SONJA am 25.09.2007 16:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon SONJA » 02.09.2005 09:48

Die Katze

Komm, schöne Katze, an mein Herz,
Doch ziehe ein die scharfen Klauen;
Laß mich in deine Augen schauen,
In Augen aus Achat und Erz.

Wenn ich dich dann geruhsam streichle,
Am Kopf und auf dem schlanken Rücken,
So bebt die Hand mir vor Entzücken,
Auf daß ich dich noch mehr umschmeichle.

Im Geiste seh' ich die Frau in dir;
Ihr Blick gleicht deinem, liebes Tier.
Er geht mir weh durch Mark und Bein.

Vom Fuß zum Haupte hüllt dich ein
Ein feiner Hauch; gefährlich, schnell
Enströmt er deinem braunen Fell.

Charles Baudelaire (1821-1867)
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Beitragvon SONJA » 02.09.2005 09:48

Das kranke Kätzchen

Kätzchen ist krank,
macht ein traurig Gesicht,
liegt auf der Bank
und rührt sich nicht.

Miau! Ich versteh,
die Maus war zu fett.
Magenweh?
Dann mußt Du zu Bett.

Püppchen hör zu,
dem Kätzchen geht's schlecht.
Ist es Dir recht;
Wir legen's zur Ruh
in Dein Bettchen hinein,
decken's warm zu
und wiegen es ein.

Da schläft's eine Stunde,
verdaut seine Maus
und springt dann gesund
zum Bettchen hinaus.

Gustav Falke (1853-1916)
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Beitragvon SONJA » 02.09.2005 09:49

Mimi

"Bin kein sittsam Bürgerkätzchen,
Nicht im frommen Stübchen spinn ich.
Auf dem Dach in freier Luft,
Eine freie Katze bin ich.

Wenn ich sommernächtlich schwärme,
Auf dem Dache, in der Kühle
Schnurrt und knurrt in mir Musik,
Und ich singe, was ich fühle."

Also spricht sie. Aus dem Busen
Wilde Brautgesänge quellen,
Und der Wohllaut lockt herbei
Alle Katerjunggesellen.

Alle Katerjunggesellen,
Schnurrend, knurrend, alle kommen,
Mit Mimi zu musizieren,
Liebelechzend, lustentglommen...

Brauchen keine Instrumente,
Sie sind selber Bratsch und Flöte;
Eine Pauke ist ihr Bauch,
Ihre Nasen sind Trompeten.

Sie erheben ihre Stimmen
Zum Konzert gemeinsam jetzo;
Das sind Fugen, wie von Bach
Oder Guido von Arezzo.

Das sind tolle Symphonien,
Wie Capricen von Beethoven
Oder Berlioz, der wird
Schnurrend, knurrend übertroffen.

Wunderbare Macht der Töne!
Zaubertöne sondergleichen!
Sie erschüttern selbst den Himmel,
Und die Sterne dort erbleichen...

Nur das Lästermaul, die alte
Primadonna Philomele,
Rümpft die Nase, schnupft und schmäht
Mimis Singen - kalte Seele!

Doch gleichviel! das musizieret,
Trotz dem Neide der Signora,
Bis am Horizont erscheint
Rosig lächelnd Fee Aurora.

Heinrich Heine (1797-1856)
...

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Beitragvon Filou » 02.09.2005 10:01

@sonja
hab ein paar auch im anderen thread - kann man die verschieben?
Das letzte, was ich einer Katze nachsagen würde, ist Harmlosigkeit...von Edward Paley

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Beitragvon Filou » 02.09.2005 10:07

die polyglotte katze

die katze sitzt vorm mauseloch,
in das die maus vor kurzem kroch,
und denkt: "da wart nicht lange ich,
die maus, die fange ich!"

die maus jedoch spricht in dem bau:
"ich bin zwar klein, doch bin ich schlau!
ich rühr mich nicht von hinnen,
ich bleibe lieber drinnen!"

da plötzlich hört sie - statt "miau" -
ein laut vernehmliches "wau-wau"
und lacht: "die arme katze,
der hund, der hatse.
jetzt muss sie aber schleunigt flitzen,
anstat vor meinem loch zu sitzen!"

doch leider - nun, man ahnt´s bereits -
war das ein irrtum ihrerseits,
denn als die maus vors loch hintritt -
es war nur ein ganz kleiner schritt -
wird sie durch katzenpfotenkraft
hinweggerafft!

danach wäscht sich die katz´ die pfote
und spricht mit der ihr eig´nen note:
"wie nützlich ist es dann und wann,
wenn man ne fremde sprache kann...!"


heinz erhardt
Das letzte, was ich einer Katze nachsagen würde, ist Harmlosigkeit...von Edward Paley



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Beitragvon Filou » 02.09.2005 10:09

die katze

komm an mein liebreiches herz - schöne katze -
verbirg die klauen der tatze
wenn man auge naht
dem deinen gemischt aus metall und achat!

wenn meine finger mit muse schmeicheln
dem biegsamen kopf und rücken
und bebt meine hand im entzücken
dem funkenstiebenden körper zu streicheln

dann seh ich im geist eine frau: ihr blick
gleich deinem - freundlich tier -
trifft wie ein pfeil und ist tief und hell

es schwimmt vom fuß zum genick
ein feiner gefährlicher odem dir
ringsrum um das braune fell


charles baudelaire 1821-1867


katze

schnurrend schleicht die kleine katze
leise auf dein weichen pfoten
um danach mit viel geschmatze
futtert was ihr angeboten.

würd viel lieber mäuse jagen
ein rundes wollknäuel tut es auch
doch mit einem vollen magen
hindert doch der dicke bauch.

legt sich aufs sofa nun zur ruh
nach harter arbeit soll man schlafen
und frauchen drückt ein auge zu
und wird sie nicht bestrafen.

und ausgeruht dann in der nacht
jetzt schläft ja die familie ein
wird mancher blödsinn noch gemacht
wer möchte da nicht katze sein.

heinz bornemann (*1942)
Zuletzt geändert von Filou am 02.09.2005 10:12, insgesamt 1-mal geändert.
Das letzte, was ich einer Katze nachsagen würde, ist Harmlosigkeit...von Edward Paley



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Beitragvon Filou » 02.09.2005 10:11

junge kätzchen

fünf kätzchen vorm fenster und lieschen dazu,
die stehen zusammen schon längst auf du.
trippelt zum garten sie in der früh´,
wartet frau mietzekatz schon auf sie.
putzt die vier kleinen noch akkurat;
jeder macht gern mit den kindern staat.
die kätzchen haben heut augen gekriegt,
gucken ganz dumm und blinzeln vergnügt.
wenn solch ein großes wunder gescheh´n,
dass muss die mutter doch auch mal sehn.

holt noch ein näpfchen, so ein klein´s,
macht für die kätzchen was extrafein´s.
das ist ein springen, hinauf und hinab,
lecken sich alle pfoten ab.
durch den apfelbaum, schwerbelaubt,
fällt der mutter ein strahl aufs haupt,
glänzt dann auf liesschens blondhaar hell,
gleitet hernieder aufs katzenfell,
bis zu den kätzchen, winzig und klein
kriegt jedes sein bisschen sonnen schein.

ludwig jacobowski 1868-1900


die sphinx

in einer zimmerecke wacht,
schon länger, als ich denken kann,
die schöne sphinx und schweigt mich an
im wechselspiel von tag und nacht.

ganz ungerührt und unbewegt
verharrt die finstere gestalt.
der silbermond, der lässt sie kalt,
selbst sonnenschein sie nicht erregt.

der himmel rötet sich und bleicht,
die flut des mondlichts steigt und sinkt.
der dämmerung es nicht gelngt
und auch der nacht nicht, dass sie weicht.

die zeit verinnt, nacht folgt auf nacht,
und immer noch die katze träumt;
mit sanften augen, goldgesäumt,
hält sie auf ihrem teppich wacht.

sie ruht, ihr katzenauge starr
und zu den spitzen ohren drängt
das nackenhaar, mit gelb gesprent;
das braune fell ist seidenzart...

mein träger liebling, komm heran,
und leg´den kopf mir in den schoß,
damit ich dir den nacken kos´,
und deinen samtleib streicheln kann...

oscar wilde 1854-1900


merke: geschlossene zimmertüren sind für katzen eine unzumutbare beeinträchtigung des lebenskomforts. im zweifelsfall befindet sich in dem gerade unzugänglichen raum ein immens wichtiger vorläufig ständiger platz.

werner fuld *1947


die katzen

sie sind sehr kühl und biegsam, wenn sie schreiten,
und ihre leiber fließen sanft entlang.
wenn sie die blumenhaften füße breiten,
schmiegt sich die erde zu ihrem runden gang.

ihr blick ist demuthaft und manchmal etwas irr.
dann spinnen ihre krallen fremde fäden,
aus haar und seide schmerzliches gewirr,
vor kellerstufen und zerbrochnen läden.

im abend sind sie groß und entrückt,
verzauberte auf nächtlich weißen steinen,
in schmerz und wollust sehnsuchtskrank verzückt,
hörst du sie fern durch deine nächte weinen


maria luise weissmann 1899-1929


die katze

die katze hat ein gelbes fell
und sitzt auf meinem schoße.
sie mag gern fisch und eventuell
auch schmorbraten mit soße.

auch fängt sie mäuse dann und wann
und ab und zu - was seh ich ! -
mal einen vogel, doch nur dann,
wenn er des flugs nicht fähig.

oft bleibt sie mener kate fern;
dann weilt sie gegenüber.
sie hat zwar meine kate gern,
doch ist ihr´n kater lieber

heinz erhardt 1909-1979
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Beitragvon Filou » 02.09.2005 11:13

kleine katzen

kleine katzen sind so drollig
und so wollig und so mollig,
dass man sie am liebsten küsst.
aber auch die kleinen katzen
haben tatzen, welche kratzen.
also vorsicht! dass ihr´s wisst!

kleine katzen wollen tollen
und die wolleknäuel rollen.
das sieht sehr possierlich aus.
doch die kleinen katzen wollen
bei dem tollen und dem rollen
fangen lernen eine maus.

kleine katzen sind so niedlich
und so friedlich und gemütlich.
aber schaut sie richtig an:
jedes sätzchen auf den tätzchen
hilft, dass aus den süßen kätzchen
mal ein raubtier werden kann.


james krüss 1926-1997
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Tinos Morgentoilette

Beitragvon catworld » 04.10.2005 20:26

Der Kater leckt sich seine Pfote,
erst seine weiße, dann die rote.
Darauf das linke Hinterbein,
das vierte Bein, das läßt er sein.

Er wäscht die Ohren ziemlich gründlich,
denn Katerohren sind empfindlich.
Dann putzt er lange seinen Bauch
und seinen Rücken putzt er auch.

Zur Habhaftmachung seines Schwanzes
bedarf es eines kleinen Tanzes.
Erst links-, dann rechtherum im Kreis.
Der Schwanz ist rot, die Spitze weiß.

Nach heftiger Wäsche weiß wie Daunen
und auch so weich, man kann nur staunen.
Nun voller Unschuld wie ein Schäfchen
rollt er sich ein und hält ein Schläfchen.

Zwei Stunden später wäscht er sein
vergessenes rechtes Hinterbein. [/b]
LG
Elisabeth
---------------------------------

Ich möchte auf keinen Sonnenaufgang verzichten, nur weil ich Angst vor dem Sonnenuntergang habe!

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katzen-Gedichte

Beitragvon Rolf » 02.11.2005 19:26

Die Katze schnurrt:
"Ich will dich, Schnee,mit meiner Wärme jetzt besiegen!"
Der Schnee knirscht:
Du hast schon gesiegt, siehst du mich nicht am Boden
unter deinen Pfoten liegen?"

Alfons Schweiggert aus literarischer Katzenkalender 2006

Viele Grüße Rolf :roll:

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Beitragvon spike » 03.11.2005 07:15

Vier Füße im Himmel

Dein Lieblingssessel ist nun leer,
kein Schnurren kündet von Behagen,
kein Samtgetrippel grüßt mich mehr,
und niemand will mein Schuhband jagen.

Kein Schmieren und kein Maunzgeschrei
sagt mehr: wo bleibt denn nur mein Freßchen?
Wo Spielzeug war und Katzenbrei
ist jetzt ein einsam leeres Gäßchen.

Dein bißchen Habe steht im Schrank,
du kommst ja doch nie mehr zurück,
und ewig schulde ich dir Dank
für Freude, Trost und Spaß und Glück.

Von Gott hast du das Katzenrecht,
das dir nach irdischem Getümmel,
nach Sorgen, Zärtlichkeit, Gefecht
ein Kuschelplätzchen schafft im Himmel.
'Für blinde Seelen sind Katzen ähnlich. Für Katzenliebhaber ist jede Katze, von Anbeginn an, absolut einzigartig.


http://www.bkh-von-krohne-kleve.de

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Beitragvon spike » 03.11.2005 07:26

Die Regenbogenbrücke
(The Rainbow Bridge)


Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde. Wegen der vielen Farben
nennt man sie die Brücke des Regenbogens. Auf dieser Seite der Brücke liegt
ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken,
und es ist warmes schönes Frühlingswetter.

Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund.
Sie spielen den ganzen Tag zusammen.
Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen.
Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen,
die sie auf der Erde so geliebt haben.

So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen,
bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.
Die Füße tragen es schneller und schneller.

Es hat Dich gesehen!

Und wenn Du und Dein spezieller Freund sich treffen,
nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest.
Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder,
und Du schaust endlich wieder in die Augen Deines geliebten Tieres,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war,
aber nie aus Deinem Herzen.

Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens,
und Ihr werdet nie wieder getrennt sein...
'Für blinde Seelen sind Katzen ähnlich. Für Katzenliebhaber ist jede Katze, von Anbeginn an, absolut einzigartig.


http://www.bkh-von-krohne-kleve.de

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Beitragvon Gina » 03.11.2005 11:13

Aus der Kindheit

[von Friedrich Hebbel]

„Ja das Kätzchen hat gestohlen,
Und das Kätzchen wird ertränkt.
Nachbars Peter sollst du holen,
Daß er es im Teich versenkt!"

Nachbars Peter hat’s vernommen,
Ungerufen kommt er schon;
„Ist die Diebin zu bekommen,
Gebe ich ihr gern den Lohn!"

„Mutter, nein er will sie quälen,
Gestern warf er schon nach ihr,
bleibt nichts anderes zu wählen,
So ertränk ich selbst das Tier.

Sieh, das Kätzchen kommt gesprungen,
Wie es glänzt im Morgenstrahl!"
Lustig hüpft’s dem kleinen Jungen
Auf den Arm zu seiner Qual.

„Mutter laß das Kätzchen leben;
Jedesmal wenn’s dich bestiehlt,
sollst du mir kein Frühstück geben;
Sieh nur, wie es artig spielt!"

„Nein, der Vater hat’s geboten,
Hundertmal ist ihr verziehn!" -
„Hat sie doch viere weiße Pfoten!" -
„Einerlei! Ihr Tag erschien!"

„Nachbarin, ich folg ihm leise,
Ob er es auch wirklich tut!"
Peter spricht es hämscher Weise,
Und der Knabe hört’s mit Wut.

Unterwegs auf manchem Platze
Bietet er sein Liebchen aus,
Aber keiner will die Katze,
Jeder hat sie längst im Haus.

Ach, da ist er schon am Teiche,
Und sein Blick, sein scheuer, schweift,
Ob ihn Peter noch umschleiche -
Ja, er steht von fern und pfeift.

„Nun, wir alle müssen sterben,
Großmama ging dir vorauf,
Und du wirst den Himmel erben,
Kratze nur, sie macht dir auf!"

Jetzt, um sie recht tief zu betten,
Wirft er sie mit aller Macht,
Doch zugleich, um sie zu retten,
Springt er nach, als er’s vollbracht.

Eilte Peter nicht, der lange,
Gleich im Augenblick herzu,
Fände er es ist mir bange -
Hier im Teich die ew’ge Ruh.

In das Haus zurück getragen,
Hört er auf die Mutter nicht,
Schweigt auf alle ihre Fragen,
Schließt die Augen trotzig dicht.

Von dem Zucker, den sie brachte,
Nimmt er zwar zerstreut ein Stück,
Doch den Tee, den sie ihm machte,
Weist er ungestüm zurück.

„Lebt sie, Mutter?" - „dem Verderben
Warst du näher, Kind, als sie!" -
„Und sie soll auch nicht mehr sterben?" -
„Trinke nur, so soll sie’s nie!"

Welch ein Ton! Er dreht sich stutzend,
Und auf einer Fensterbank,
Spinnend und sich emsig putzend,
sitzt sein Kätzchen blink und blank.
Dass mir das Tier das Liebste ist, sagst du oh Mensch, sei Sünde?
Das Tier bleibt dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde!

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Beitragvon Gina » 03.11.2005 11:20

Es gibt nichts schöneres...

... als eine selig schlafende Katze

... als dass Schnurren einer glücklichen Katze

... als dieses seidig weiche Fell zu streicheln

... als eine Katze beim Spielen zu beobachten

... als zwei Katzenaugen die dich liebevoll angucken

... als ein wunderschöner, geschmeidiger Katzenkörper

... als eine glückliche Katze, die sich in der Sonne wälzt

... diese weichen, warmen Pfötchen zu streicheln

... als einer sturen Katze mit ihrem bockigem Blick mal wieder nachzugeben

... als dieser dankbare und liebevolle Blick, wenn man sie wieder gesund gepflegt hat

... ja, ... als ein wunderbares Wesen genannt "Katze"
Dass mir das Tier das Liebste ist, sagst du oh Mensch, sei Sünde?

Das Tier bleibt dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde!



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