Ökotest 11/06 - Tierspielzeug für Hunde und Katzen

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Judith
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Ökotest 11/06 - Tierspielzeug für Hunde und Katzen

Beitragvon Judith » 26.10.2006 18:03

Es gibt viele Haustierfans. Und wer einen Vierbeiner besitzt, kauft ihm in der Regel auch Spielzeug. Das untermauern Zahlen, die der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) erhoben hat. So stellte die Organisation, in der nach eigenen Schätzungen 20 bis 30 Prozent aller deutschen Zoofachgeschäfte zusammengeschlossen sind, für 2005 eine anhaltend große Beliebtheit von Hunden, Katzen und anderen Tieren fest. Am populärsten sind Katzen, von denen 7,6 Millionen in deutschen Haushalten leben. Platz zwei belegen mit 5,3 Millionen die Hunde. Vor diesem Hintergrund verzeichnete die Branche voriges Jahr 2,8 Prozent Plus beim Verkauf von Zubehör für Hunde und Katzen.

"Tierspielzeug ist ein starker Umsatzbringer", sagt Jörg Türk, stellvertretender Geschäftsführer des ZZF, und er verhehlt auch nicht die Schattenseiten des Gewerbes: "Es ist ein Problem, dass vieles auf den Markt kommt, das mit dem Tierschutz nicht ganz vereinbar ist."

Dem versucht der ZZF zusammen mit dem Industrieverband Heimtierbedarf (IVH), mit einer "Checkliste über tierschutzwidriges Zubehör" (im Internet unter www.zzf.de -> Tier-/Naturschutz) entgegenzusteuern. Ein verdienstvolles Unterfangen, das aber dem Problem nicht ganz gerecht wird, da manche Produkte ein mehrfaches Risiko bergen.
Zum einen ist die Machart oftmals so beschaffen, dass Organisationen wie die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz sowie das Deutsche Tierhilfswerk vor Spielzeug warnen, das Tieren schaden oder sogar ihr Leben bedrohen kann.

Hier nur einige Beispiele, von denen abgeraten wird: Kunststoffknotenseile für Hunde und Katzen: Herausgerissene Fasern werden verschluckt und können zu einer gefährlichen Blockade des Darms führen. Gitterbälle für Katzen: Sie halten den spitzen Katzenzähnen nicht lange stand. Entweder verhaken sich die Zähne im engmaschigen Gitter oder der Ball wird zernagt und die harten Plastikteile können in den Magen gelangen. Tennisbälle oder Spielsachen mit einer Hülle aus dem gleichen rauhen Faserfilz schädigen den Zahnschmelz der Tiere. Kleine Bälle können gefährlich sein, weil sie leicht verschluckt werden. Sind sie aus Vinyl, besteht die Gefahr der Vergiftung und Verletzung beim Zerbeißen und Verschlucken. Als Nagespaß gedachte Knochen können Zähne, Luftröhre und Darm verletzen.

Eine weitere Gefahr geht von den Inhaltsstoffen vieler Spielsachen aus, wie das Dänische Amt für Umweltschutz bei einer Untersuchung von 50 Hunde- und Katzenprodukten aus PVC, Gummi und Textil festgestellt hat. Dabei dehnten die Umweltschützer das Risiko auch auf Kinder aus, zumal bei unseren skandinavischen Nachbarn 58 Prozent der Familien mit Kindern auch Tiere haben, was hier zu Lande so ähnlich sein dürfte. Begründung für diesen Ansatz: "Kleine Kinder stecken die Tierspielsachen oft in den Mund, beißen hinein und kauen darauf herum. Dies auch deshalb, weil die Sachen oft bunt sind und aussehen wie normales Spielzeug."

Was das Ergebnis der Studie betrifft: Viele Produkte, die übrigens meist aus China stammten, sind gespickt mit Schadstoffen.
Allen voran Phthalat-Weichmacher wie DEHP und DINP, deren Gehalt sich, je nach Spielzeug, zwischen elf und 54 Prozent bewegt. Beide Stoffe hat das EU-Parlament zusammen mit vier weiteren Phthalaten dauerhaft in Spielzeug für Kinder unter drei Jahren verboten, das dazu bestimmt ist, in den Mund genommen zu werden. DEHP verbannt die Richtlinie sogar aus sämtlichem Spielzeug und Babyartikeln.

ÖKO-TEST wollte wissen, welche Schadstoffe in Tierspielsachen für Hunde und Katzen stecken. Dafür haben wir 17 Produkte eingekauft und in verschiedenen Testlaboren untersuchen lassen.

Die meisten Tierspielsachen gehören nicht in die Pfoten, geschweige denn zwischen die Zähne von Tieren: Mehr als die Hälfte der Produkte ist so stark mit Schadstoffen belastet, dass sie mit "ungenügend" oder "mangelhaft" abschneidet.

Bei lediglich drei Spielsachen können wir im Hinblick auf die Inhaltsstoffe ein "sehr gut" oder "gut" attestieren.
Die Mehrheit der Produkte enthält zumindest Spuren polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK). In zwei Spielsachen stecken problematische Konzentrationen des zu dieser Stoffgruppe gehörenden Benzo(a)pyren, das sich im Tierversuch erwiesenermaßen als krebserzeugend, erbgutverändernd und fruchtschädigend herausgestellt hat. Daneben fanden sich weitere PAK, die die US-Umweltbehörde EPA in eine 16 Verbindungen umfassende Liste aufgenommen hat.
In fünf Produkten fand das Testlabor große Mengen bedenklicher Weichmacher aus der Gruppe der Phthalate. Während die meisten Verbindungen in Kinderspielzeug verboten sind, fehlen für Tierspielsachen entsprechende Regelungen. Problematisch ist dies auch vor dem Hintergrund, dass zwischen Mensch und Hunden sowie Katzen nach Auskunft der Tierärztlichen Hochschule Hannover kein nennenswerter Unterschied in Sachen Schadstoffverträglichkeit besteht.
Bedenkliche Schwermetalle stecken, zumindest in Spuren, in fast allen Produkten. Das Vinyl-Dummi, lila-bunt sowie der Winston HollyLine Ball am Seil enthalten problematische Mengen Chrom respektive Cadmium.
n In drei Produkten fand das Testlabor hohe Mengen Bisphenol A oder Nonylphenol. Bisphenol A wirkt im Tierversuch hormonell. In sehr geringer Konzentration hat sich die Substanz zudem in einer Einzelstudie auch als erbgutschädigend erwiesen. Nonylphenol greift die Haut an, wirkt im Körper als Hormon und wird für Missbildungen und Fruchtbarkeitsstörungen verantwortlich gemacht.
Liebe Grüße von Judith, Jeanny, Fellini & Wilai :pfote:
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Beitragvon Judith » 26.10.2006 18:38

Selbst etwas basteln ... ???
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Beitragvon Bienchen » 27.10.2006 16:54

Super, dass Du den Artikel hier 'reingestellt hast, Judith! Das ist doch für fast alle von uns sehr interessant!
Allerdings: Welches sind die drei Spielzeuge, die Öko-Test von den Inhaltsstoffen her für gut (bzw. sehr gut) befunden hat? Stand das auch drin? Gibt es den Artikel vielleicht auch online und könntest Du dann den Link 'reinstellen?

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Beitragvon Judith » 27.10.2006 17:23

Hallo Maja,

genau das ist das Problem ... das Spielzeug stand leider nicht dabei. Ich befürchte, dazu muss man sich dann (wie bei Stiftung Warentest) die zeitung kaufen :-((

Trotzdem dachte ich, ich stelle den Artikel mal rein und wenn es nur als Denkanstoss dient.
Liebe Grüße von Judith, Jeanny, Fellini & Wilai :pfote:
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Beitragvon Bienchen » 27.10.2006 17:39

Das ist ja schade, dass das Spielzeug da nicht dabei stand! Naja, die müssen ja auch irgendwie ihr Geld verdienen - hätte es dabei gestanden, würde sich ja keiner mehr die Zeitung kaufen ;)

Also Denkanstoß ist das auf jeden Fall. Ich hatte eh vor, das alte Spielzeug zu entsorgen, jetzt habe ich einen Grund mehr. Dann werden wir in Zukunft wieder vermehrt Bäckertüten hier 'rumliegen haben, mit denen spielt Chico eh fast am liebsten ;)


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Beitragvon sammymin » 28.10.2006 12:40

Aber im Prinzip kann man sich ja denken, welches Spielzeug das sein wird. Vermutlich ist es das billig-Spielzeug für ein paar Euro, das dann eben aus China kommt, wo es teilweise auch so ist, dass die Leute die das Zeug herstellen keine oder nur eine schlechte Ausbildung haben und gar nicht wissen, wie gefährlich die Substanzen sind, mit denen sie da arbeiten. Das betrifft dann auch die Menschen die die Dinge herstellen, die davon krank werden.

Gutes Spielzeug kommt aus Europa, und ist teuer. Billiges Spielzeug ist vor allem dann gefährlich (Und auch menschlich zu verachten, weil keiner Rücksicht auf die Arbeiter nimmt), wenn es aus Plastik oder Fell ist. Auch die guten alten Schnürsenkel fallen da mit rein, wenn man sie von ganz neuen billig-Schuhen hat, da niemand darauf achtet, dass Schnürsenkel lebensmittelecht sind.
Plastik enthält die vielgeschimpften Weichmacher, Felle werden oft mit ziemlich giftigen Chemikalien gegerbt und nicht richtig ausgewaschen. Wer dem entgehen will, sollte sich "verdauliche" Ökomäuse holen, die sind zwar widerlich teuer, aber katze kann sie dann auch fressen ohne sich zu schaden. Plastik finde ich persönlich soweiso nicht tiergerecht. Der Hund meines Kumpels ist mal fast daran gestorben, dass er Plastik gefuttert hat, deswegen gibt es das hier nicht. Und statt Schnürsenkel tut es auch eine ganz normale Schnur, am besten eine, die schon eine Weile herumlag, da die meisten der Weichmacher irgendwann, ich weiss nur nicht genau, wann, aus dem Stoff diffundieren. Oder man nimmt gleich Sisal oder Hanfschnur, die ist dann echt Öko.

Ich persönlich kann in meinem eigenen Essen kein Bio-Zeugs leiden, aber für Loki tue ich mir das gerne an, denn Katzen sind einfach kleiner und vertragen weniger. Hier ist zur Abwechslung diese Panikmache und ÖkoBio-Welle gerechtfertigt.



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