Katzenzusammenführung

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KleinerOnkel
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Katzenzusammenführung

Beitragvon KleinerOnkel » 23.09.2005 22:07

Hallo zusammen,

Letztes Jahr im September ist uns eine Kätzin zugelaufen, nach Schätzung des Tierarztes ist sie heute ca. 3 Jahre alt. Zugelaufen ist vielleicht auch falsch ausgedrückt, wir haben sie in einem Waldstück 'aufgelesen', voll Zecken, abgemagert - die nächsten menschlichen Behausungen etwa 2 km entfernt.

Vom Wesen her ist sie mehr die Einzelgängerin, nicht verschmust. Nachts ist sie normalerweise draußen (außer es ist sch*** Wetter). Am frühen Morgen springt sie immer auf das Fensterbrett vom Schlafzimmer und macht sich bemerkbar.

Nun haben wir von einer Bekannten einen kleinen Kater (Bruno) bekommen - 13 Wochen alt. Die erste Begegnung war eine Katastrophe. Der Kleine hat einen Buckel gemacht und sein Fell aufgestellt (vermutlich mehr als Angst vor der neuen Situation als aus Behauptungsansprüchen), obwohl er seine ersten Lebenswochen mit 3 erwachsenen Katzen und seinen 3 Geschwistern verbracht hat.

Die Reaktion unserer Bruni war, dass sie Bruno angefaucht hat und nach langer Sondierung das Weite suchen wollte, sprich sie wollte raus.

Das hat sich bis heute kaum geändert. Sobald Bruni die Anwesenheit des Kleinen bemerkt, frisst sie nicht mehr und will nur noch raus. Sie versucht nicht sich zu behaupten (ausser fauchen), obwohl sie körperlich z. Zt. noch die Überlegene wäre.

Bruno hat im Spieltrieb schon ein paar mal versucht, sich Bruni anzunähern und hat scheinbar auch keine Angst vor ihr. Bruni bleibt dann fast das Herz stehen und will flüchten (raus). Mittlerweile ist fast nur noch draußen, das Futter müssen wir ihr rausstellen, da sie, auch wenn der kleine Kater in einem anderen Zimmer eingesperrt ist, nicht frisst.

Die ersten Tage kam Bruni früh morgens und wollte ins Bett, da lag aber schon der Kleine. Sie reagierte mit fauchen und verzog sich unter's Bett, wo sie aber nicht lange blieb. Sie gab zu verstehen, dass sie wieder raus wolle.

Habt ihr ein paar Tipps, was wir noch machen könnten? Vielleicht mal zusammensperren und sich selbst überlassen? Wir sind mit unserem Latein am Ende.

Gruß
Frank&Susi


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Beitragvon KleinerOnkel » 23.09.2005 22:31

eis hat geschrieben:wie lange ist denn der Kleine jetzt schon bei euch?
Seit letzten Freitag (16.09.)

Ihr solltet Bruni zeigen, dass sie nach wie vor die Nummer 1 ist. Also auch Bruno mal aus dem Bett tun, wenn sie gerne reinmöchte.
Würden wir ja gerne machen. Aber wenn Bruni die Anweseheit von Bruno, auch in einem anderen Zimmer, wahrnimmt will sie nur noch flüchten... :-(

Bruni wird die Chefin von Bruno sein, nicht umgekehrt *g*. Die Mädels haben da so eine Art, dass die Jungs erst garnicht auf dumme Gedanken kommen.
Wär' ja super, wenn's so wäre/kommt.

Gruß
Frank&Sus

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Beitragvon KleinerOnkel » 23.09.2005 22:58

Wir haben halt Angst, dass sich Bruni einen anderen 'Dosenöffner' sucht und findet.

Bis jetzt ist sie ja immer noch aufgetaucht. Sollen wir ihr kein Futter mehr rausstellen?

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Beitragvon KleinerOnkel » 24.09.2005 21:36

Hi eis,
eis hat geschrieben:wenn Bruni bisher immer drinnen ihr Futter bekam, würde ich das auch beibehalten. Es kann sonst sein, dass sie sich "abgeschoben" vorkommt.
Ja, das Gefühl hatte ich auch, als ich ihr die letzten Tage das Futter rausgestellt habe. Ist immer schwierig, sich als Mensch in eine Katze hinzuversetzen.

Wie läuft es denn jetzt? Bruni immer noch auf Ablehnungskurs?
Habe beide gerade (seit ca. 1/2 Std.) zusammen in der Wohnung eingesperrt. Bruni wollte/will immer raus, und Bruno geht auf sie zu. Seit neuestem versucht Bruni sich zu behaupten, sprich sie setzt ihre Krallen ein. Aber der Fluchttrieb überwiegt noch... Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt.
Gruß
KleinerOnkel

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Beitragvon KleinerOnkel » 26.09.2005 17:09

Hallo eis,

eis hat geschrieben:solche "Einsperraktionen" helfen sicher, dass die beiden sich aneinander gewöhnen.
Ich weiß, eine Zusammenführung kann sehr viel Nerven kosten und manchmal hat man das Gefühl, es wird und wird einfach nicht.
Es wird schon ein bisschen besser. Bruni kommt zwar nicht mehr von alleine rein wenn man ihr die Tür öffnet, man muss sie immer zu ihrem Glück zwingen - also tragen.

Gerade eben gemacht, jetzt frisst sie wenigstens schon in Gegenwart von dem Kleinen. Sie hat ihn weggejagt als er aus ihrem Napf fressen wollte und dann wieder weitergefressen. Sie hat das Nassfutter und 50 g Yoghurt (ihre Lieblingsspeise) komplett vernichtet. Vermutlich mehr aus Futterneid als aus Hunger (normalerweise bleibt etwa die Hälfte vom NF übrig).

Dann wollte sie wieder raus, wir haben sie auch rausgelassen. War ja doch wieder ein kleiner Fortschritt...

Aber keine Angst, das wird sicher werden.
Das hoffen wir doch schwer. :)

Aber nach 4 Wochen war das Eis gebrochen. Die beiden waren bis an ihr Lebensende (wurden beide über 18 Jahre alt) ein eingeschworenes Team.
10 Tage haben wir ja schon geschafft... ;)
Gruß

KleinerOnkel


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Beitragvon geierpaco » 05.10.2005 16:17

Hallo KleinerOnkel
Ich bin eben durch Zufall auf dein Schreiben gestoßen. Ich habe zur Zeit genau das gleiche Problem. Meine Katze Emma 1 1/2 jahre alt ,zickt nur rum, will ständig raus--jetzt zum Glück nur noch abends; aber gabs bei uns noch nie--es wird schon immer drinnen geschlafen-also geht sie morgens raus--wenns wetter schlecht ist kommt sie gleich wieder-schnurstracks ins Schlafzimmer und dort bleibt sie den ganzen Tag.Unsre Kleine "Mini" 10 wochen alt-versucht natürlich immer mit ihr zu spielen, das wird aber nur mit Knurren und fauchen beantwortet--schon 2 1/2 wochen . Mau meine Oma-katze ist anders , sie läßt sie zwar nicht an sich ran,legt sich aber neben sie wenn sie schläft. Naja ich hab jetzt 3 wochen Urlaub und schlaf jetzt schon 1 Woche im Wohnzimer bei den Fellnasen, damit die beiden Großen -der Kleinen nix tun, ich hätte da in meinem Bett keine Ruhe. Ich würde mich freuen wenn du dich mal melden würdest wie es jetzt bei dir aussieht--klappts schon besser? oder eher nicht?

Viele Liebe Grüße

Margot
ein Leben ohne Katzen ---für mich undenkbar

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Beitragvon KleinerOnkel » 06.10.2005 16:08

Hallo Margot,

geierpaco hat geschrieben:Ich würde mich freuen wenn du dich mal melden würdest wie es jetzt bei dir aussieht--klappts schon besser? oder eher nicht?
Eher nicht. Morgen werden's 3 Wochen, dass der kleine Kater bei uns ist.

Das einzige was sich gebessert hat ist, dass Bruni jetzt auch frisst, wenn der Kleine in der nähe ist. Aber dann sofort raus.

Früher sprang sie morgens immer auf's Fensterbrett vom Schlafzimmerfenster um sich bemerkbar zu machen. Vor der Terrassentür steht 'ihr' Gartenstuhl mit einem alten Handtuch, unter dem Balkon vor Regen geschützt. Da sass sie oft, wenn sie draussen war. Das macht sie nun beides nicht mehr...
Gruß

KleinerOnkel

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Beitragvon SONJA » 06.10.2005 16:25

Hallo Frank,

wir haben im März Yanosch (als dritten Pfoten-Bewohner) zu unserer Katze und unserem Kater geholt.

Da war am Anfang auch erstmal halli-galli angesagt.
Aber nach einiger Zeit wurde es deutlich besser und heute sind die 3 ein tolles Team.

Ich habe mal gelesen, dass die Katzen anfänglich meist mit den unterschiedlichen Gerüchen Problemen haben.

Also haben wir am Anfang alle immer sehr viel gestreichelt (geht auch sehr gut, mit einer leichten Handcreme oder ähnlichem - am besten was ohne künstliche sondern mit natürlichen Duftstoffen - oder direkt nach dem Händewaschen, den Duft der Seife verteilen) - so haben alle irgendwann zumindest oberflächlich ähnlich gerochen.
Kurz nachdem wir das gemacht hatten, hörte das Fauchen und Anknurren auf.

Ausserdem haben bei uns alle 3 Katzen nur 1 Katzenklo benutzt (anfangs hatten wir noch ein zweites aufgestellt, das völlig ignoriert wurde) - auch so konnten sie sich an die neuen Gerüche gewöhnen.

Beim Fressen haben wir mit ein paar Metern Abstand angefangen - also die beiden "alten" am üblichen Platz und der Neue ca. 6 Meter davon entfernt. Dann haben wir den Napf vom Neuen jeden Tag ein kleines Stückchen näher dran geschoben - und eines Tages standen sie nebeneinander und es war gar kein Problem mehr.

Ausserdem spielen, spielen, spielen - wir hatten oft den Effekt, dass sich alle 3 beim Spielen ganz nah waren (ohne es so richtig zu merken) - als sie dann die Nähe bemerkten, war's schon gar nicht mehr so schlimm.
(Wenn sie sich ansonsten in der Whg begegneten, sind sie nach ein bischen rumgefauche usw. alle schnell voreinander weggelaufen).

Sehr gut ist auch, euch selber als "Brücke" zu verwenden. Also links von einem die eine Katze, rechts von sich die andere Katze. So können sie sich an das Schnurren der anderen gewöhnen und Bruni merkt, dass ihr nach wie vor noch für sie da seid und muss nicht mehr so eifersüchtig sein.

Zusammensperren würde ich die beiden nicht - ich würde ihnen einfach die Zeit geben, die sie brauchen. Wir haben anfangs auch manchmal den Mut verloren, aber jetzt ist alles gut.

Evtl. hilft euch ja etwas...

liebe Grüße
von Sonja
...

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Beitragvon geierpaco » 06.10.2005 17:58

Hallo Frank& Susi
Hab ich dich jetzt richtig verstanden, daß Bruni gar nicht mehr rein kommt nur noch zum Fressen? Ist sie auch nachts draußen?
Na bei mir hat sich auch einiges getan seit gestern- meine Emma hat heute morgen sogar (zwar knurrend) mit der Kleinen gespielt : :D hat sie mal kurz durch Wohn-und Esszimmer gejagt, dann ab in den Katzentunnel
und dann haben sie sich mit nur 1! Fellmaus beschäfftigt--immer abwechselnd.Ich glaube aber das macht Emma nur, weil ich meine Katzen Nachts immer drin lasse und im Moment bei ihnen schlafe( damit die Großen der Kleinen nix tun. Somit sind sie wenigstens nachts zusammen-tagsüber ist Emma meistens im Schlafzimmer hmm --immernoch, das hat sie vorher auch gerne gemacht, aber nicht den ganzen Tag. Was solls--ich denke mal es wird sich alles geben , bei euch genauso wie bei uns, 3 Wochen sind ja auch noch keine Zeit. Ich wünsche euch viel glück und besonders gute Nerven :wink:

Viele liebe Grüße
Margot
ein Leben ohne Katzen ---für mich undenkbar

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Beitragvon Biggi » 06.10.2005 21:23

Kann mich nur anschließen.

Luca ist jetzt fast 8 Wochen bei uns und es ist noch laaaange nicht die große Liebe zwischen Jamie (6 J.) und Luca (ca. 4,5 Mon.). Jedoch, wenn Luca unterwegs ist im Haus läuft Jamie ihm ständig hinterher. Wenn er dann seine dollen 30 manchmal 40 oder noch mehr Minuten bekommt, ist Jamie ziemlich schnell angenervt und faucht, brummt und knurrt in allen Tonlagen. Sie haut ihn auch sehr häufig.

Ich lasse die beiden dann auch machen.

Irgendwann werden die beiden schon miteinander klar kommen, auch wenn es evtl. nicht DIE GROßE LIEBE wird.

Habt Geduld und viel Liebe und nochmal Geduld, das wird ganz bestimmt. Wir habens ja sogar mit Hund und Katze geschafft, obwohl wir auch häufig nahe dran waren, aufzugeben. Eine Trennung kam für uns aber nie in Frage. Tja, und heute akzeptieren sie sich und das ist gut so.
lg Birgit

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Beitragvon KleinerOnkel » 18.11.2005 23:40

Wir melden uns mal wieder. ;)

Bruni ist mittlerweile ausgewandert zu den Nachbarn, die ihr Futter und Unterschlupf gewähren. :(

Wir hatten noch ein paar mal versucht, sie zwangsweise zu integrieren - keine Chance...
Gruß

KleinerOnkel

kiki
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Beitragvon kiki » 19.11.2005 23:34

Hallo KleinerOnkel,

ich bin entsetzt über dieses Ergebnis.
Es wird euch wohl nichts anderes übrig bleiben als dies zu akzeptieren, oder?
Kitty-Mädchen war da Gott sei Dank anders drauf. Sie hätte zwar jedesmal brechen können, wenn sie nach ihrer Heimkehr sah, dass Ginny immer noch da war (manchmal ging sie 25 mal abends raus und rein vermutlich in der Hoffnung, dass Ginny bei ihrer Rückkehr endlich weg wäre) aber sie war dann doch immer viel zu neugierig, sie hätte ja was verpassen können. Da brauchte ich mir nie wirklich Sorgen zu machen, auch nicht bei ihrer Zusammenführung mit Muffy.
Kimba der Nachbarskater, der ja hier bei mir auch seine 2. Existenz aufgebaut hat, verschwand immer erst mal für ein paar Wochen, wenn er sah, dass ein neuer Störenfried eingezogen war. Allerdings überwog sein "Schinken-Jieper" bisher immer und irgendwann war er wieder da und fand sich bisher immer -zwar mehr schlecht als recht- mit dem neuen "Mitesser" ab.
Muffy wäre aber auch so eine Katze gewesen wie deine Bruni, da bin ich mir ganz sicher. Mir war immer klar, dass wenn Kitty zuerst was passieren sollte, Muffy alleine bleiben würde. Sie war auch so eine Katze die abhaut, wenns brenzlig wird. Ich fand daher deine Versuche mit der Zwangszusammenführung nicht schlecht. Bei Muffy wäre ich wahrscheinlich soweit gegangen, dass ich ihr solange keinen Freigang mehr gewährt hätte, bis ich gewusst hätte, dass die Beiden sich vertragen. Aber ob ich das bis in letzter Konsequenz hätte durchziehen können, ist auch fraglich, jenachdem wie sehr sie darunter gelitten hätte.

Jedesmal bevor ich mir eine zweite Katze anschaffte, war mir klar, dass wenns mit den beiden nicht klappt, auf jeden Fall die neue Katze hätte gehen müssen. Ich bin froh, dass ich mich bisher dieser Situation nie stellen musste, weil ich nach ein paar Tagen die neue Katze auch ins Herz geschlossen hatte.

Ich persönlich finde den Ausgang sehr schade, aber deine Bruni hat wohl beschlossen Einzelkatze zu bleiben und dummerweise direkt neue "Eltern" gefunden.
Ist denn da wirklich gar nichts mehr machbar???



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