Korat

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Beitragvon Korat » 17.08.2011 10:22

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Korat


Thaikatzen, als analoge Übersetzung des im angelsächsischen Sprachraum
gebräuchlichen Ausdrucks „Thai cats“, sind Katzen, die aus Thailand ehemals
Siam stammen und deren Stammbaum man auch heute noch in dieses Land
zurückverfolgen kann, wenn man nur genug Generationen zurückgeht.

Es gibt drei Rassen, die dieses Kriterium erfüllen:


die Siam (Vichien Mat), die Burma (Thong Daeng) und die Korat
(Si-Sawat).

Es sind Katzenrassen die bereits im Smud Koi (Katzengedichtebuch, 1350-1767) erwähnt
sind und die auf eine jahrhundertelange Tradition in Thailand zurückblicken
können.

Die sogenannten „Thais“ sind gefällige Katzen, die mittels Einkreuzung
stämmiger Rassekatzen (BKH), sowie Tonkanesen und diversen osteuropäischen
„Findelkindern“ auf „rund“ getrimmt wurden, um somit dem Geschmacksideal der
Siamkatze der siebziger Jahre nahezukommen, deren Kopf übrigens auch damals
nicht die Form eines überreifen „Golden Delicious“ hatte.

Aber nun kommen wir endlich zur Korat:

Die Korat bezieht ihren Namen von der nordthailändischen Provinz Korat.
Hier soll die Korat gehäuft vorgekommen sein, und als sich
König Rama V (1868-1910) nach den Katzen erkundigte,
und man ihm mitteilte, dass sie aus Korat kämen,
beschloss er dass sie auch so heißen sollten.

Die Korat ist eine der ersten geschichtlich festgehaltenen Katzen.
In Thailand, dem Herkunftsland der Korat, wo sie unter
dem Namen Si-Sawat als Glücksbringer gilt, genießt diese seltene Katzenrasse
ein hohes Ansehen. Es gab Zeiten, da war es üblich, Herrschern und Adeligen
als Zeichen der Unterwürfigkeit eine Korat zu schenken.
Die Silberspitzen der Korat symbolisieren Reichtum und die Fellfarbe gleicht
der von Regenwolken. Dies erklärt, warum die Korat in Dürrezeiten,
als Teil einer Prozession, durchs Dorf getragen wird, in der Hoffnung,
dass dann der Regen einsetzt. Auch reichlichen Kindersegen sollen sie bescheren,
und deshalb legt man Frischvermählten eine Si-Sawat ins Hochzeitsbett.

Die heutige Korat sieht noch genau so aus, wie sie schon
vor Jahrhunderten dargestellt worden war.
Das bestechendste an einer Korat sind ihre Augen.
Sie sitzen in Ihrem herzförmigen Gesicht und
strahlen eine gewisse ruhige Lebhaftigkeit aus.

Korats sind mittelgroße Katzen, die wie alle „echten“ Thaikatzen über einen
eleganteren Körperbau verfügen, der typmäßig zwischen den modernen Orientalen
und den kompakten Briten liegt. Im Fachjargon wird dieser Körpertyp als „semi-cobby“
bezeichnet und ein zu eleganter Körperbau wird von so manchem Richter kritisch
beäugt, aber das thailändische Erbe lässt sich eben nicht verleugnen. Die
weiblichen Tiere wiegen ungefähr 3 kg während ein stattlicher Koratkater bis zu
5 kg auf die Waage bringen kann. Der Unterschied zwischen Kätzin und Kater ist
gravierend. Man ist über das Gewicht erstaunt, wenn man eine Korat hochhebt, da
man erwartet, die Tiere seien leichter. Das Gewicht erklärt sich aufgrund des
muskulösen Körperbaus der Tiere, der ihnen auch die Kraft für hohe Sprünge
gewandtes Klettern ermöglicht.

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Der Kopf einer Korat ist etwas Besonderes und stellt ein definites Rassemerkmal
dar, weil er herzförmig ist. Hierfür ist eine flache breitere Stirn nötig, von
deren Mitte sich die Herzform bis hinter die Ohren zieht. Das zweite Herz der
Korat ist das Gesichtsherz. Beginnend bei den Augenbrauenbögen verlaufen die
Seiten der Gesichtsherzform weich bis zur Schnauze, die weder gespitzt noch zu
breit sein darf, da sonst die Kontur zerstört wird.

In diesem herzförmigen Gesicht sitzt das weitplatzierte Augenpaar. Korataugen
bestechen durch ihre Größe und Farbe. Sie sind rund mit einer atemberaubenden Farbe,
nämlich der des Peridotsteines. Das Grün dieses Steines hat eine leuchtende Intensität.
Es fällt schwer, diese Farbe zu beschreiben.
Das intensivere Grün eines Birkenblattes kommt der Farbe
ungefähr gleich, aber ich empfehle Ihnen, sich diese Augenfarbe in natura
anzuschauen, um sich selbst zu überzeugen. Im Smud-Koi wird die Augenfarbe der
Korats als „Tautropfen auf einem Lotusblatt“ beschrieben.

Die Entwicklung dieser Farbe dauert bis zu drei Jahren. Koratbabies werden, wie
alle Katzenbabies, mit blauen Augen geboren. Die Farbe bei den Teenagern (5-11
Monate) ist gelbgrün oder braungelb, bis sich dann der peridotgrüne Kreis um die
Pupille weitet und die Augen im Erwachsenenalter ausfärbt. Es gibt den einen
oder anderen Koratüberflieger, der bereits mit 11 Monaten grüne Augen hat.
Korats sind sehr langsam in der Entwicklung,
nicht nur bei der Augenfarbe, sondern auch beim Körperbau und der Kopfform, was
in den Anfangsjahren der Zucht eine amerikanische Züchterin veranlasste, vom
„hässlichen Entlein“ zu sprechen, wenn sie heranwachsende Koratkinder
charakterisierte.

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Leider hatte die Korat in den Anerkennungsjahren das Handicap,
eine weitere „blaue“ Rasse zu sein. In der Zucht spricht man von blau, wenn die
Farbe grau gemeint ist. Blau ist die einzige Farbvarietät, die bei der Korat
vorkommt und über die sie auch ihren thailändischen Namen bezieht, nämlich
Si-Sawat, was die „Farbe der Sawatnuss“ heißt, die grau ist.

Es sind sehr anhängliche und sehr auf den Menschen bezogene Tiere!
Sie sind überall live dabei, sei es auf Partys oder beim Kuscheln im Bett!
Eine Korat ist immer da wo es Action gibt!


Auch wollen sie beschäftigt werden, was eine Einzelhaltung ausschließt,
da es sehr gesellige Tiere sind! Sie suchen den Kontakt zu ihresgleichen
wie den aus zum Menschen.
In ihnen steckt noch eine natürliche Wildheit, die sie aber durch ihre
Sanftheit und Verschmußtheit wegmachen!
Auch mußte ich feststellen, das es die idealen Katzen für Kinder sind!
Sie sind geduldig, neugierig und sehr verspielt.
Vor allem machen sie sich bevor sie sich losstrampeln,
lautstark bemerkbar, so das man der kleinen zu Hilfe eilen kann!

Das erste Zuchtpärchen in der westlichen Welt kam 1959 zu
Mrs. Jean Johnson (Cedar Glen) nach Amerika.
Die beiden Katzen Narra und Darra (Bruder und Schwester) kamen
als Geschenk von einer thailändischen Züchterin.
Sie sind auch heute noch am Ende vieler Stammbäume zu finden.
Um allzu große Inzucht zu vermeiden mussten 2 Bluepoint Siamesen
eingekreuzt werden. Doch bald darauf sorgten neue Importe
aus Thailand für frisches Blut, und der Erfolgsweg der Korat war unaufhaltsam.
In Deutschland tauchten die ersten Korats 1972 auf. Pionierzüchterinnen
wie Frau Elisabeth Weber (v.Rominten), Frau Bauer, Frau Figge (v. Khe Morat)
und Frau Osinsky (Osiko Namy) verhalfen schließlich Anfang der 80er Jahre
der Korat zum Durchbruch. In Skandinavien kämpfte Frau Efi Kleive (Pimai)
um die Anerkennung der Korat, und ihr und den skandinavischen
Züchtern ist es zu verdanken, dass die Korat 1982 Championstatus auf Ausstellungen erhielt.

Derzeit gibt es in Deutschland 6 Koratzüchter, die alle darauf bedacht sind,
die Rasse populärer zu machen. Korats zu züchten bedeutet lange Fahrtwege
zu befreundeten Züchtern, Deckkatern und Sonderschauen im Ausland.
Es setzt Idealismus und Ausdauer voraus; wer den schnellen Erfolg
auf Ausstellungen sucht, ist mit einer anderen Rasse besser beraten.
Die Korat ist eine Katze für Individualisten, die sie wirklich schätzen,
und gegen keine Rasse der Welt eintauschen würden.

Ob wohl es diese Rasse schon soooooo lange gibt, ist doch noch sehr unbekannt,


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