Katze soll alle Zähne gezogen bekommen?????

Zahnerkrankungen, Maul, Ohren, Augen, Gehirn- und Nervensystem (z.B. Anfallsleiden)

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das_Bienchen
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Katze soll alle Zähne gezogen bekommen?????

Beitragvon das_Bienchen » 21.05.2007 21:32

Halli Hallo,

bin neu hier und hab da mal ne frage!
War heute mit meinem kleinen Liebling beim Tierarzt, weil ihr vorn die Zähne schlecht werden! Er schaute sich das an und zeigte mir stark gerötetes Zahnfleisch und sagte sie hätte eine Stoffwechselerkrankung und müsste jetzt alle Zähne gezogen bekommen! (Sie ist noch nicht mal 3 Jahre und ein reiner Stubentieger) Ich versteh das nicht wie kann der das ohne jegliche Untersuchungen sehen und gleich sagen das sie so Operiert werden muss!Wegen dem Geld ist es mir nicht aber meine kleine Maus ohne Zähne??? Wie soll das denn gehen? Sie frisst doch nur Trockenfutter! :( :( :( hat sowas schon mal jemand gehört bzw. mit sowas Erfahrung?


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Beitragvon user_1310 » 21.05.2007 21:35

Hmmm ... dazu kann ich leider nur sagen, daß ich mir da auf jedenfall die Meinung eines weiteren TA einholen würde. Es gibt ja auch Tier-Zahnärzte evtl. direkt dort nachfragen.

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Beitragvon mitzi1983 » 21.05.2007 21:39

Hallo und Herzlich Willkommen ersmal!!!

Ich schliesse mich Wonnie an, definitiv erstmal die Meining eines 2. tierarztes einholen!!!
Liebe grüsse
Sandy, Luzi und die kleine Muffin :lol: :katze6: :lol:

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Beitragvon das_Bienchen » 21.05.2007 21:47

werde ich machen! Aber Tierzahnarzt sowas hab ich bei uns noch nie gehört (Lebe in der Provinz :oops: )
Mach mir solche sorgen, meine Miezie ist doch mein kleines Baby!

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Beitragvon Ronjasräubertochter » 21.05.2007 21:47

hallo und herzlich willkommen :wink:
schließe mich meinen vorednern an :!:
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Beitragvon ela2706 » 21.05.2007 21:47

Herzlich Willkommen erstmal... :flower:

Schliesse mich den Worten voll und ganz an...bitte hole eine zweite TA-Meinung ein...

Alles Liebe und Gute für deine Fellnase...lg ela
Das Tier erkennt die tiefsten Tiefen unseres Wesens
und hält zu uns, selbst wenn die ganze Welt uns auch verlässt...
Die Treue eines Tieres kann uns rühren,
weil Treue unter Menschen doch so selten ist...

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Beitragvon mitzi1983 » 21.05.2007 21:51

Klar wenn zaehne schlecht sind muessen sie raus das heisst aber nicht das alle gezogen werden muessen die entzuendung kann man auch behandeln!! Man kann doch nicht einfach sagen das ist eine Stoffwechselkrankheit! Einfach einen anderen TA aufsuchen vielleicht in der naechst grossen stadt oder so!
Liebe grüsse

Sandy, Luzi und die kleine Muffin :lol: :katze6: :lol:



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Beitragvon user_1310 » 21.05.2007 21:53

das_Bienchen hat geschrieben:werde ich machen! Aber Tierzahnarzt sowas hab ich bei uns noch nie gehört (Lebe in der Provinz :oops: )
Mach mir solche sorgen, meine Miezie ist doch mein kleines Baby!


Auf irgendeiner Seite kann man die Postleitzahl eingeben und dann wird der dichteste ausgespuckt. Ich schaue morgen mal ob ich die finde.

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Beitragvon lulu39 » 21.05.2007 22:15

Ich denke, Dein TA geht von einer autoimmunen Gingivitis aus oder FORL.

Meine Lucy hat von Geburt an auch autoimmune Gingivitis und seit über 1 Jahr fast keine Zähne mehr.

2 Jahre Antibiotika/Cortison/ Homöopathie -Therapie würde ich ihr rückblickend gerne ersparen.

Nun ist sie endlich schmerzfrei und glücklich und mampft ihr Trockenfutter ohne Probleme.

Lucy ist 4 Jahre alt.

Keine Zähne zu haben ist für eine Katze das kleinste Problem und , wenn es diagnostiziert wird, gibt es keine andere Lösung.

Alle anderen Therapieversuche (Laser etc..) halten nur für Wochen oder Monate.

Lg Katrin
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Beitragvon user_1310 » 21.05.2007 22:16

Oje ... :shock: :cry:

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Beitragvon purraghlas » 21.05.2007 22:20

Ich würde auch eine zweite TA-Meinung einholen.

Aber auch ich habe einen komplett zahnlosen Kater von 5 Jahren, der mit großem Appetit, wenn ihn nicht wieder ein Schub von Stomatitis plagt, sein Naßfutter und auch das Trockenfutter ißt.
Ute

Keine Schneeflocke in der Lawine wird sich je verantwortlich fühlen.
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Beitragvon lulu39 » 21.05.2007 22:21

Wonnie hat geschrieben:Oje ... :shock: :cry:


Nein, Wonni, wenn ich die Zeit zurück drehen könnte und damals schon so schlau gewesen wäre, hätte ich ihr die Zähne sofort ziehen lassen.

Lucy war nach der OP wie ausgewechselt - endlich ohne Tabletten, Schmerzen und Co..

Aber auch ich wollte einer Jungkatze natürlich die Zähne nicht ziehen lassen - heute weiß ich es besser.

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Beitragvon lulu39 » 21.05.2007 22:22

purraghlas hat geschrieben:Ich würde auch eine zweite TA-Meinung einholen.



Das unbedingt für die Diagnose - einen TA mit zahnärztlicher Zusatzausbildung.

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Beitragvon Isabeau » 21.05.2007 23:50

Was den 2. TA angeht: man muss erst einmal einen finden, der nicht damit einverstanden ist, alle Zähne zu ziehen. Es ist ja inzwischen eine Art Philosophie, dass Katzen ohne Zähne besser leben.
Bei Lulu scheint es gut gegangen zu sein, ich kann den ähnlichen Fall nicht bestätigen. Die Zähne waren wegen Autoimmunkrankheit sehr schnell draußen (schon bevor diese diagnostiziert wurde) – und dafür hatten wir jahrelang chronisch entzündete Kieferleisten, Sabbern ohne Ende.
Ich würde es aus heutiger Sicht 20x abklären lassen, bevor mir ein TA einredet, dass mein Kater nur ohne Zähne glücklich wird.
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Beitragvon lulu39 » 22.05.2007 05:41

Ich seh das nicht als "Moderscheinung" - die Katzen haben extreme Schmerzen.. :shock:


Mal ein paar Zahnkrankheiten im Überblick:

Gingivitis:
Unter Gingiva versteht man das Zahnfleisch, das den Zahn umrundet.
Eine Gingivitis entsteht sehr schnell, sie kann sich innerhalb von 48 Stunden entwickeln.
Geht die Entzündung nicht zurück, entstehen Zahntaschen, in denen sich Futterreste und Bakterien festsetzen.
Eine fortgeschrittene Gingivitis ist sehr schmerzhaft. Die Katzen speicheln vermehrt, riechen unangenehm aus dem Maul, sind oft mit den Pfoten im Maulbereich aktiv und haben im fortgeschrittenem Stadium Schwierigkeiten beim Fressen.
In diesem Stadium müssen die Zähne und das Zahnfleisch in Narkose saniert werden. Dazu gehört ein gründliches Scaling mit einem Ultraschallgerät, eine Politur und eine Fluoridierung der Zähne. Zahnfleischtaschen werden chirurgisch entfernt und antibiotisch versorgt.
Eine Röntgenaufnahme dient dazu, festzustellen, ob die angegriffenen Zähne noch wurzelgesund sind. Sind die Wurzeln mitbeschädigt, so müssen die erkrankten Zähne leider extrahiert werden, um der Katze weitere Schmerzen zu ersparen.

FORL = Feline Odontoklastische Resorptive Läsion

FORL ist sehr häufig sowohl bei jungen wie auch bei alten Katzen.
Es wird geschätzt, dass 72 % aller Katzen über 5 Jahre daran leiden.
Bei dieser Erkrankung lösen sich die Zähne von selbst auf, es entstehen Löcher, vor allem im Wurzel- und Zahnhalsbereich.Oft werden diese Löcher von überwucherndem Zahnfleisch geschlossen.
Die Zähne werden mürbe und brechen schließlich ab. Die Wurzel steckt aber noch im Zahnfleisch und löst gemeinsam mit der umgebenden Zahnfleischentzündung Schmerzen aus.
Die Katzen zeigen dann ähnliche Symptome wie bei der Peridontitis.
Vielen Besitzern fällt auf, dass Ihr Liebling einseitig kaut oder das Futter im Maul herumschiebt.
Die Löcher, die durch FORL entstehen, können nicht wie beim Menschen geschlossen werden, da der Auflöseprozess ungehindert fortschreitet. Diese Zähne müssen gezogen werden. Außerdem ist
auch hier eine Röntgenaufnahme nötig, um alle betroffenen Zähne zu entdecken und in einer Behandlung unter Narkose zu entfernen.
Die Auflösung beginnt immer im Wurzelbereich, so dass sie lange dem Auge verborgen bleiben. Erst beim Einbeziehen der Krone wird
die resorptive Läsion als „Loch“ sichtbar, in der Regel sind die Läsionenen multipel und außerordentlich schmerzhaft.

Peridonditis:
Unter Peridonditis verstehen wir eine weit fortgeschrittene Zahnfleischentzündung wie wir sie häufig bei der älteren Katze vorfinden. Das Zahnfleisch ist stark entzündet und die Zähne sind mit dickem Zahnstein belegt, das Zahnfleisch hat sich weit zurückgezogen, sodass die Wurzeln nicht mehr vollständig bedeckt sind. Die Zähne sind in der Regel eitrig entzündet.
Der Zahn muß dann gezogen werden.

Stomatitis:
Eine Stomatitis ist eine Entzündung des gesamten Maulbereiches.
Katzen leiden unter diesen Erscheinungen bei dem sog. Lymphozytärem Plasma - Stomatitis Komplex
(LPGC = Lymphozytic Plasmazytic Gingivitis Stomatitis Complex). Das ist eine immuninduzierte , extrem starke Entzündung des gesamten Maulbereichen, deren Ursache bis heute nicht geklärt ist.
Die Katzen haben eine feuerrot entzündete Maulhöhle, speicheln vermehrt, stecken die Pfoten ins Maul oder zeigen andere Schmerzäußerungen, haben verringerten Appetit und verlieren mit der Zeit an Gewicht.
Einzige Behandlungsform ist zunächst alle Zähne zu reinigen, alle erkrankten Zähne zu ziehen ( manchmal sind es alle Backenzähne ), wenn möglich tägliche Spülungen mit Chlorhexidin durchzuführen und Antibiotika und Kortison zu verabreichen.

Quelle: TA Rogalla

Ein guter TA ist da das A und O. Übrigens sollten die Katzen vorher auch auf Immunschwächekrankheiten getestet werden - einige Zahnerkrankungen sind Begleiterscheinungen von FIV und FeLV. Aber das würde der TA eh abklären.

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