Freigang oder begrenzter Freigang?

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Freigang oder begrenzter Freigang?

Beitragvon Biene » 14.07.2010 14:23

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    Für Katzen ist es sicher mit das schönste,
    sich den Wind um die Nase wehen zu lassen
    und diese Freiheit genießen zu dürfen.

    Doch nicht jeder Katze kann man Freigang ermöglichen.
    Alter, Gesundheit sowie äußere Bedingungen und die
    Wohnsituation spielen eine wichtige Rolle.





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Re: Freigang? Oder begrenzter Freigang?

Beitragvon Biene » 24.07.2010 10:37

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  • Bevor eine Katze im neuen Heim zum ersten Mal Freigang bekommt,
    sollte sie mindestens 4-6 Wochen zur Eingewöhnung zuhause bleiben.
    Nur so kann sie zu ihrem neuen Heim einen Bezug entwickeln und
    kommt später auch wieder nach Hause.

    Bei sehr scheuen Katzen ist eine längere Eingewöhnungszeit sinnvoll.
    Erst wenn sich die Katze Zuhause rundum wohl und sicher fühlt,
    kann man ihr den Freigang bieten.


  • Es sollten keine stark befahrenen Straßen in der Nähe sein.
    Denn gerade dem Straßenverkehr fallen die meisten Freigänger zum Opfer.


  • Nur kastrierten Tieren Freigang ermöglichen!
    Nicht nur wegen der ungezielten Vermehrung, sondern
    auch weil durch eine Kastration das Risiko abnimmt,
    dass die Katze entläuft, überfahren wird oder
    eine bestimmte Krankheit mit nach Hause bringt.

    Kastrierte Tiere sind nicht in so viele Revierkämpfe verwickelt
    (durch Bisse kann z.B. FIV übertragen werden) und auch
    gestreunert wird nicht so viel, da das
    Revier von kastrierten Tieren deutlich kleiner ist.

    Gerade in der Paarungszeit werden die Katzen außerdem sehr unvorsichtig.
    Was gerade im Straßenverkehr meistens tödlich endet.
    Der verlockende Geruch eines Weibchens, treibt Kater oft
    viele Kilometer vom eigenen zuhause weg.



  • Feste Fütterungszeiten und diese mit einem speziellen
    weit hörbaren Geräusch in Verbindung bringen.
    Das kann z.B. das schütteln einer Futterdose sein,
    oder ein kleines Glöckchen das man sich immer bereit legt.
    Falls die Katze mal wegläuft, kann sich das dann als sehr nützlich erweisen.


  • Kein Halsband verwenden!
    Das Halsband kann sich in Zweigen oder Zäunen verfangen.
    Schwere Verletzungen können die Folge sein.
    Im schlimmsten Fall kann es durch strangulieren
    aber auch zum Tod des Tieres kommen.

    Bitte auch nicht auf Halsbänder mit Gummizug verlassen.
    Auch hier hab ich schon Bilder gesehen, die mir bis
    heute nicht mehr aus dem Kopf gehen.


  • Ausreichender Impfschutz, bitte Absprache mit dem
    behandelnden Tierarzt.


  • Katze unbedingt vom Tierarzt mit einem Mikrochip
    kennzeichnen lassen und die Katze bei TASSO registrieren.
    Nur so kann man schnellstmöglich den Besitzer einer Fundkatze ausfindig machen.

    Am besten legt man sich auch gute Fotos bereit und
    notiert kleine Auffälligkeiten seiner Katze.
    Z.B ein Punkt auf der Nase, weiße Schwanzspitze,
    weißer Zeh an der rechten Pfote.......


  • Risiken von Straßenverkehr, Tierfänger... nehmen ab,
    wenn man seiner Katze von Anfang an angewöhnt nachts
    zuhause zu sein.

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  • Vorsicht im Winter!
    Freigänger sollten nicht nach draußen,
    wenn sich gerade dünne Eisdecken bilden.
    Denn auch Katzen brechen ins Eis ein.
    Ebenfalls bei Tauwetter besteht großes Risiko,
    wenn das Eis dünn und brüchig geworden ist.


  • Gefährlich sind Swimmingpools, Regentonnen oder Teiche.
    Sie stellen für Katzen ein erhebliches Risiko dar.
    Besonders dann wenn sich der Wasserspiegel deutlich unterhalb des Randes befindet.
    Die Katze findet auf dem glatten Rand keinen Halt und kann somit ertrinken.

    Gartenteiche sollten einen flachen Rand besitzen und
    Regentonnen sowie Swimmingpools sollten abgedeckt werden.
    In Pools könnte man aber auch Hilfen am Rand befestigen (Sisalmatte z.B),
    damit sich die Katze Notfalls ans Ufer ziehen kann.

    Da sich Freigänger nicht nur im eigenen Garten aufhalten,
    sollte man auch die Nachbarn freundlich um Mithilfe bitten.


  • Katzen mit Handicap die beispielsweise blind oder in
    ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind,
    sollten keinesfalls ungesicherten Freigang bekommen.
    Auch Katzen mit ansteckenden Krankheiten wie Leukose,
    sollten nur gesicherten Freigang genießen.
    Die Ansteckungsgefahr für andere Katzen ist einfach zu groß.


  • Ein Blick unters Auto kann sich vor dem losfahren lohnen.
    Denn auch parkende Autos stellen eine Gefahr dar.
    An heißen Tagen spenden diese Schatten während die
    warme Motorhaube an kalten Tagen Wärme spendet.
    Katzen die unter dem Auto sitzen, können beim los fahren
    übersehen werden.
    Auch gefährlich wird es wenn Miez in den Motorraum klettert,
    dies kann zur tödlichen Falle werden


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    Man kann die Gefahren des Freigangs durch einige Sicherheitsmaßnahmen verringern,
    jedoch nie ganz verhindern.
    Es gibt keine Garantie, man wird seine Katze nie ganz beschützen können!

    Die Katze kann auch in einer verkehrsruhigen Zone ins Auto laufen,
    wenn sie auf der Flucht ist, sich z.B. vor einem Geräusch erschreckt hat
    oder einfach nur unachtsam war weil sie nur noch Augen für ihre Beute hatte.

    Ob man mit diesen Risiken leben kann,
    muss jeder für sich selbst entscheiden.


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    Was spricht für den Freigang?

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  • In der freien Natur kann eine Katze ihren Jagdtrieb in vollen Zügen ausleben,
    so wie es kein Spielzeug ersetzen kann.

  • In der freien Natur ist die Katze vielen Umweltreizen ausgesetzt.
    Ihre Sinne werden trainiert und sie wird geistig immer wieder
    aufs Neue gefordert.

  • Man kann sich in der Wohnung frei bewegen und muss nicht immer darauf achten,
    dass alle Türen verschlossen sind.
    Vorsicht: das gilt nicht für Kippfenster, offene Fenster oder ungesicherte Balkone
    (Absturz- und/oder Verletzungsgefahr)



  • Für Katzen die in der Wohnung randalieren und sich kaum auspowern lassen,
    kann Freigang eine sehr gute Lösung sein.


  • Katzen haben ihren eigenen Kopf.
    Als Freigänger kann die Katze immer dann
    nach Hause kommen, wann SIE es für richtig hält.

  • Durch den Freigang können sie Kontakte zu anderen Freigängern pflegen.
    Daraus können sich sogar richtige Katzenfreundschaften entwickeln.




    Was spricht gegen den Freigang?


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  • Viele Gefahren wie z.B.
    Krankheiten, Gifte, Hunde, Autos......
    lauern beim täglichen Freigang.


  • Eine Katze die sich einmal an Freigang gewöhnt hat,
    möchte meistens nicht mehr darauf verzichten.
    Was bei einem Wohnungswechsel zum Problem werden kann.
    Evtl. erschwert sich die Suche nach der passenden
    Wohnung und zieht sich somit in die Länge.


  • Wenn Miez mal länger weg bleibt,
    bedeutet das für ihre Besitzer schlaflose Nächte.
    Man macht sich natürlich große Sorgen.


  • Man hat nicht die volle Kontrolle darüber,
    was die Katze frisst.
    Sie könnte sich bei den Nachbarn mit durchfressen
    oder aber auch Leckereien von fremden Passanten erhaschen.
    Auch Mülleimer können geplündert werden.

    Bei Katzen mit Übergewicht, empfindlichen Magen
    oder aber auch bei Katzen die aufgrund einer Krankheit
    eine spezielle Ernährung benötigen,
    kann dies zum ernsthaften Problem werden.


  • Katzen sind geborene Jäger.
    Deswegen werden sie auch Vögeln und anderen Tieren nachstellen.
    Dies kann zu großen Unmut bei vielen Nachbarn/Menschen führen.


  • Auch zu großen Unmut kann es kommen,
    wenn Miez ständig in die Beete der Nachbarn macht oder
    aber anderen Schaden anrichtet.
    Hier muss man sich dann um eine Lösung bemühen.


  • Muss die Katze einmal über längere Zeit in der Wohnung bleiben
    (z.B. wegen Krankheit, Verletzungen.....)
    kann dies zu starken Protest führen.
    Die Katze versteht nicht, warum sie unter "Stubenarrest" steht.

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Re: Freigang? Oder begrenzter Freigang?

Beitragvon Biene » 24.07.2010 10:37

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    Wer seiner Katze keinen Freigang bieten kann,
    hat noch die Möglichkeit eines gesicherten Freigangs.
    Sofern man mit seiner Katze nicht "Gassi gehen" möchte
    (Freigang an der Leine folgt weiter unten),
    kann man auf spezielle Zaunsysteme zurück greifen.
    Mit diesen Zäunen kann man seinen Garten oder einen
    Teil des Gartens absichern.

    Dies zu ermöglichen ist jedoch aufwendig und vielerorts
    z.B. wegen Bauvorschriften, Vermieter oder Nachbarn.....
    nicht möglich.
    Daher sollte man sich VOR dem aufwendigen Bau unbedingt informieren!


    Beispiele für einen gesicherten Garten findet ihr

    Hier (klick mich)


    oder Hier

    Einfacher und oftmals auch möglich, ist eine gesicherte Terrasse.
    Denn hierbei wird nur ein kleiner Bereich mit Gitterzäunen
    oder Katzenschutznetzen eingezäunt.
    Beispiele für eine gesicherte Terrasse findet ihr


    Hier (klick mich)


    oder Hier

    Noch einfacher wäre ein gesicherter Balkon, dieser zumindest
    ermöglicht das die Katze ab und zu Frischluft schnuppern darf,
    oder sich in der Sonne räkeln.

    Hierfür gibt es spezielle im Handel erhältliche Katzennetze:




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    Für Wohnungskatzen die keinen geeigneten Auslauf haben,
    bietet sich ein Spaziergang an der Leine an.
    Aber Vorsicht, nicht jede Katze ist von Spaziergängen
    mit Geschirr und Leine begeistert.
    Die Ausflüge an der Leine sollten eine Bereicherung
    für das Tier sein und keinen negativen Stress erzeugen.
    Es gibt durchaus Katzen die das Geschirr nicht tolerieren,
    oder vom Wesen her einfach zu schreckhaft und nervös sind.

    Am besten ist es, wenn man die Katze bereits als Jungtier
    mit dem Katzen-Geschirr vertraut macht.
    Dies sollte man mehrmals wöchentlich trainieren,
    in dem man der Katze das Geschirr
    einfach nur anlegt und mit ihr spielt.
    Viel loben und Leckerchen geben, die Katze soll sich
    nicht zu sehr auf das Geschirr konzentrieren.

    Man darf die Katze dabei nicht überfordern.
    Anfangs sollte das Geschirr nur kurz angelegt werden.
    Mit der Zeit kann man sich dann langsam steigern und das
    Geschirr immer länger tragen lassen, bis sich die
    Katze an dem Geschirr überhaupt nicht mehr stört.


    Sobald sich die Katze an das Geschirr gewöhnt hat und es toleriert,
    kann man einfach mal die Leine einklinken.
    Aber aufkeinenfall an der Leine ziehen!
    Die Katze bestimmt die Richtung, man selbst läuft hinterher.
    Sobald sich die Katze auch an das laufen an der Leine gewöhnt hat,
    kanns ab nach draußen gehen.

    Am besten probiert man das ganze erst mal im eigenen Garten aus.
    Hat man keinen eigenen Garten, sollte man unbedingt
    nur ruhige Orte aufsuchen.
    Denn Spaziergänger, Hunde oder laute Fahrzeuge könnten die
    Katze so sehr erschrecken, dass sie sich in ihrem Geschirr umher windet.

    Katzen sind keine Hunde.
    Deswegen darf man nicht enttäuscht sein,
    wenn Miez nicht immer in die gewünschte Richtung läuft.
    Eine Katze geht mit ihrem Menschen spazieren, nicht umgekehrt.



    Achtung!


    Findet die Katze erst mal Gefallen am "Gassi gehen",
    wird sie diese Ausflüge unter Umständen regelmäßig einfordern.
    Auch wenn das Wetter vielleicht gerade nicht so schön ist oder
    man absolut keine Lust hat.

    Auch ist darauf zu achten, dass die Katze ausreichend geimpft ist.
    Bitte Absprache mit dem behandelnden Tierarzt.

    Der Transport im Auto:

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    Man kann die Katze einfach wie gewohnt im Transportkorb transportieren,
    oder sich aber einen Katzensicherheitsgurt fürs Auto zulegen.
    Hierbei ist auf gute Qualität zu achten, schließlich muss man sich
    Notfalls auf den Gurt verlassen können.

    Der Gurt am Brustkorb sollte aufjedenfall
    gepolstert sein.
    So ist Miez besser geschützt, wenn man
    mal schneller auf die Bremse steigen muss.

    Bevor man so einen Sicherheitsgurt ausprobiert,
    sollte die Katze bereits erfolgreich an das Geschirr gewöhnt sein.
    Trotzdem erfordert der Sicherheitsgurt nochmal
    etwas Zeit, bis sich die Katze daran gewöhnt hat.
    Es ist schließlich nicht selbstverständlich im Auto
    ruhig sitzen zu bleiben.
    Und dann hindert einen auch noch dieser Gurt
    sich um zu sehen.

    Was ich super an diesen Gurten finde,
    das sie sich auch als Geschirr eignen.
    Somit muss man beim Aussteigen nur noch
    die Leine einklinken.


    Bild


    Vorsicht!


    Im Sommer sollte man die Ausflüge auf die
    kühleren Morgen oder Abendstunden verlegen.
    Auch sollte die Katze bei sommerlichen Temperaturen
    niemals allein im Auto zurück gelassen werden!
    Denn schnell wird das Auto zum Backofen,
    der Hitzschlag lässt dann nicht lange auf sich warten.



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