Taurin + Katzen

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Taurin + Katzen

Beitragvon SONJA » 28.01.2009 14:05

Taurin für Katzen


" ... Im Jahre 1970 berichteten Forscher, dass bei 25 Katzen in New York
Netzhautdegenerationen festgestellt wurden. Eine ernährungsbedingte
Ursache dafür wurde für unwahrscheinlich gehalten, bis man im Jahre
1975 heraus fand, dass diese Erkrankungen durch Taurinmangel
ausgelöst wurden. Der Grund dafür war, dass die Katzen mit billigem,
minderwertigem Hundefutter ernährt wurden.
Die Essentialität von Taurin für Katzen wurde daraufhin allgemein anerkannt.

...

Studien mit völlig taurinfrei ernährten Katzen führten bei den Versuchstieren
im Laufe mehrerer Monate zu nervöser Reizbarkeit, Zusammenklumpen
der Blutplättchen, Herzerweiterung, Netzhautdegeneration und
letztendlich Blindheit. Schwangerschaften bei Taurinmangel endeten zu
über 50% vorzeitig mit Abbrüchen bzw. Totgeburten, die überlebenden
Kätzchen hatten ein deutlich geringeres Geburtsgewicht und zeigten eine
abnorme Hinterbeinentwicklung mit verkürzten Patella- und Achillessehnen.
Weitere 70% überlebten die Stillzeit nicht, was die gesamte „Erfolgsrate“
von Katzenschwangerschaften bei taurindefizitärer Ernährung auf unter 20% drückte.

...

Aufgrund der ... geschilderten Folgen eines Taurinmangels bei Katzen
ist eine Supplementierung des industriell verarbeiteten Katzenfutters notwendig.

Ein üblicher Zusatz von 1200 mg/kg bei Trockenfutter und
2500 mg/kg bei Dosennassfutter ist mehr als ausreichend, um einen
Mangel und dadurch ausgelöste Krankheiten zu verhindern.


Überraschend ist, dass dem Dosennassfutter mehr als doppelt so viel
Taurin zugesetzt wird wie dem Trockenfutter. Der Grund dafür liegt in
der Resorption von Taurin im Intestinaltrakt.
In Studien wurde gezeigt, dass Produkte der Maillard – Reaktion, wie sie
durch Erhitzen der Dosen gebildet werden, die Aufnahme von Taurin in
Katzen stark behindern. Dieses wird statt dessen im Darm durch
Bakterien weitgehend zu Sulfat abgebaut und ist für die Katze nicht nutzbar.

Bemerkenswert ist das Ergebnis einer von der Zeitschrift „Öko-Test“ in
Auftrag gegebenen vergleichenden Untersuchung mehrerer Katzennahrungsmittel.
Dabei wurden Trocken-, Dosennassprodukte und verschiedene Fleischsorten
miteinander verglichen.
Das Testobjekt mit dem höchsten Tauringehalt war: eine Maus. Ob das,
wie der Autor der Studie andeutet, ein „Trick“ der Natur ist, um jedes
Lebewesen, seinen Instinkten folgend, mit ausreichend Nährstoffen zu
versorgen oder ob es sich dabei eher um einen Zufall handelt, bleibt der
Bewertung des Lesers überlassen. ..."


Quelle: Zitat-Auszug aus der Seminararbeit "Taurin - Chemie, Biochemie, Anwendung"
von Michael Bretz, veröffentlicht an der Bayerische Julius – Maximilians –
Universität Würzburg.




Weiterführende Informationen:

:arrow: http://www.katzen-album.de/forum/ftopic7647.html

und

:arrow: http://www.katzen-album.de/forum/ftopic14034.html




lg
sonja
...


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