FLUTD / FUS

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FLUTD / FUS

Beitragvon SONJA » 05.05.2007 02:44

FLUTD = Feline Lower Urinary Tract Disease /
FUS = Felines urologisches Syndrom


Diese Fachausdrücke werden für klinische Erscheinungen von Erkrankung
der unteren Harnwege (Harnleiter, Blase) bei der Katze benutzt.
Die Krankheitszeichen sind Schwierigkeiten und Schmerzen (die Katze
schreit) beim Urinabsatz, häufiger Urinabsatz, Hämaturie (Blut im Urin),
Urinieren außerhalb des Katzenklos, oder gar vollständige Obstruktion
des Harnleiters, so dass überhaupt kein Urin mehr abgesetzt werden kann.

FLUTD kann bei Katzen aller Altersgruppen auftreten, jedoch überwiegend
bei Katern. FLUTD kann obstruktiv oder nicht-obstruktiv sein.

Die nicht obstruktive Erkrankung hat eine ähnliche Vorgeschichte mit
häufigem Urinabsatz (Pollakasurie), Blut im Urin, aber der Bauch ist
in der Regel nicht so schmerzhaft und das Allgemeinbefinden ist nur wenig
gestört.

Obstruktive FLUTD kann lebensbedrohend sein.
Das Abdomen ist hoch schmerzhaft und die Katze lässt sich nicht anfassen,
die Blase ist massiv gefüllt. Ist die Obstruktion nur partiell, so kann
manchmal noch ein dünner Harnstrahl abgesetzt werden.
Bleibt die Obstruktion länger bestehen, so treten Anzeichen einer postrenalen
Azetomie auf. Die Katze wird lethargisch, will nicht mehr fressen, häufig
tritt zusätzlich Erbrechen und Durchfall auf.
Da wichtige Stoffe nicht mehr aus dem Blut ausgeschieden werden, kommt es
zur Hyperkaliämie, die zum Herzstillstand führen kann.

Die Ursachen für die Entstehung von FLUTD sind noch nicht ausreichend erforscht.
Man spricht von sekundären und vor allem von idiopathischen Auslösern.
Sekundäre Ursachen: Kristallbildung und Harnsteine: Harn enthält unterschiedliche
Mineralien, die Kristalle bilden. Bei der Katze sind das hauptsächlich
(65%) Magnesium-Ammonium-Phosphat (Struvit). An zweiter Stelle steht Kalziumoxalat (20%).

Struvitkristall (-steine) bilden sich vermehrt bei alkalischem ph–Wert (> 6,4).
Futter mit niedrigem Wassergehalt, verbunden mit der Eigenart der Katzen wenig zu
trinken, führt zu stark konzentriertem Urin, was die Bildung von Struvit fördert.
Die kleinen Kristalle (Harngrieß) verstopfen dann die Harnröhre.
Die Struvitsteine können über ein ph-Wert absenkendes Futter wieder aufgelöst werden.

Quelle: Tierärztliche Gemeinschaftspraxis, Nidderau



Dies ist nur als Information gedacht, bitte unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen,
falls Verdacht besteht, dass die Katze erkrankt sein könnte.


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